Band 
Erster Band.
Seite
315
JPEG-Download
 

Geschichte der Jesuiten« ziz

den Schweizern, kein Volk seine Unabhängigkeit errun-gen.

Als Carl V. die Regierung der Niederlandeseinem Sohne Philipp abtrat, erfolgte eine auffallendeAenderung in dem Geiste des Gouvernements. Der un-geheure Reichthum, den eigene Produktenerzcugnisse und einin alle Welt ausgebreiteter Handel dem Lande verschaf-fen, die erstaunlich große Bevölkerung desselben, der Muthund die Frcyheitsliebe seiner Bewohner, und vor allemLaS günstige Glück ihrer Waffen, versetzten jeden Regen-ten, der nicht wider die allgemeinsten Regeln der Staats-klugheit sündigen wollte, in die Nothwendigkeit, ein somächtiges und freyes Volk nicht anders als gelinde undzwanglos zu beherrschen. Diesen Grundsatz befolgte CarlV. *), und der Wohlstand des Landes, und der Vortheil,den die Krone davon zog) bewiesen unwidersprcchend, daßdieser große Monarch nicht den schlimmsten Grundsatz be-folgte. Mit ganz entgegengesetzten Gesinnungen und Ent-würfen trat sein Sohn die Regierung dieses Landes atz.Mit dem Stolze und der Grausamkeit eines Spaniersentriß er der Nation auch den letzten Schatten von Frey.heit, und drang ihr spanische Gesetze und spanischeMinister auf. Aus Furcht, dem Ansehn und der Machtdes niederländischen Adels, welchen sein Vater aus Staats-gründen zu dm höchsten Stufen der Ehre emporhob, nichtgewachsen zu seyn, vernichtete er die Vorrechte und dieFreyheiten desselben, und bediente sich hiezu einer niedri-gen Kreatur aus der Volksklasse, die mir außerordentlichenTalenten eine unersättliche Ehrsucht vereinigte. AntonPcrenot, oder Cardinal Granvella, der Enkel einesEisenschmidts, war das Werkzeug, das Philipp ge-brauchte, auf niederländischen Boden spanischenDesvorismus zu pflanzen. Je tiefer der eingebornc alce

/ctsm /. c. /.r'r>. /. i2o er