z16 Fünftes Buch.
Landadel seine Vorzüge empfand, je tiefer verwundetedieser ehrsüchtige Mann durch seinen Uebermuta und durchdie Wichtigkeit der Rolle, die er in der Regierung spielte,dieses ursprüngliche Gefühl edler Selbstschatzung. Harteder Adel Ursache zum Mißvergnügen, so hatte solche dasVolk nicht weniger. Der Anb ick spanischer Truppen,die Philipp in den Niederlanden zurückließ, umdie gewalkthätigen Maaßregeln seines Ministers Gran«vella zu unterstützen, war tödlich beleidigend für einVolk» das sich bisher frey und zwanglos beherrscht sah.
Wenn man sich anfangs nur in der Stille Klagen ge-gen die Regierung erlaubte, so ertönten diese bald lautdurch ganz Belgien, als man die Anstalten wahrnahm,welche Granvella traf, die Religionsfreyheit durch dieEinführung des blutigen Jnquisirionsgcrichtes zu kranken.Vergebens ließ die Nation durch Abgesandte dem Königeden Nachtheil vorstellen, der aus diesem unerträglichenReligionszwanqe für die Handelschaft erwachse. Nur mitschwankenden und zweydeutigen Versprechungen kamendiese Gesandschaften in ihr Vaterland zurück, wahrendGranvella sich durch neu erfundene Bubenstücke an derMenschheit versündigte. Man harte in Antwerpen denHenker, der einen Ketzer verbrennen sollte, gesteinigt.Granvella erfand aber bald eine neue heimliche To»desart, um durch öffentliche Hinrichtungen das Volk nichtzu empören. Man band den Vcrurthciltcn die Kopse aufdie Knie, und versenkte sie in große mit Wasser gesüllrcFässer, worin man sie langsam ersäufte *). Alle n dasVolk ließ sich nicht tauschen. Es erbrach die Gefängnisseder Inquisition, und führte mit öffentlichem Triumphe dieunglücklichen Opfer dieses grausamen Gerichtes an das Ta-geslicht. Granvella aber enkstvh der Wuth des Vol-kes, welches ihn verabscheute, und verbarg sich in Pur-
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