Geschichte der Jesuiten. zi9
vierhundert an der Zahl, der Gouvernantin eine Bittschriftüberreichten, worin sie auf die Abstellung der Inquisitionund auf den Widerruf der königlichen Plakate drangen.Furchtsam und hinterlistig, wie es ein Weib nicht wohlanders seyn konnte, versprach Margaret ha anfangsthätige Hülfsleistung, und bewilligte in schwankend n Aus«drücken, denen sie in der Folge willkührliche Deutungengab, freye Religionsübung. Dieses zweydeutige Betra-gen der Regentin veranlaßte aber den öffentlichen Aus«bruch eines bürgerlichen Religionskrieges» der mit einerallgemeinen Bilderstürmercy in den Tempeln begann.
Die Verlegenheit, in der sich die Prinzessin vonParma befand, warum so größer, da der Prinz Wil«Helm von Oranien, ein Mann von großen Talenten,als das Haupt einer Parthey erschien, an deren Spitzeder Adel die Ausführung seines großen Entwurfes be«schloß. Noch hatte dieser keine öffentliche Gewalt ange-wandt; man hatte nur Anstalten getroffen, die Freyheitdes Vaterlandes zu retten, und war in der Wahl derMittel, diesen Endzweck zu erreichen, noch unentschlossen.Allein Philipps grausame Politik beschleunigte denVer«tust dieser reichen und mächtigen Provinzen. Ohne demRathe derjenigen zu folgen, welche der Meynung waren,man würde die Unruhen am sichersten durch Gclindigkeithemmen, ließ er sich durch die Vorstellungen des Herzogsvon Alba, des Cardinals Granvella, und des Groß-inquisitors Spinosa bereden, die Niederländerals Rebellen mit einer bisher noch unerhörten Strenge zutüchtigen. Der Herzog von Alba, den seine Grausamkeitverewigt, nahm es mit wilder Freude über sich, die Straf«geissel eines ganzen Volkes zu werden, und trat noch im
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