Geschichte der Jesuiten. Zl
„ohne alle Verbindlichkeit sich so vAen Gefah-„ren und dem Tode aussetzten, um euch die Wahrheiten„des Heils zu verkündigen, und euch auf den Weg des„Himmels zu führen. Vergesset nie, meine liebe Tochter,„fährt Alexander fort, was ihr diesen Vätern schul-„big seyd."
Die Jesuiten wurden auch um diese Zeit (1655) amHofe des Kaisers ganz außerordentlich begünstiget. Der deut-sche Jesuite, Adam Schall, genoß die Gunst des Mo-narchen in einem so vorzüglichen Grade, daß er zur Würdeeines Mandarins vom ersten Range, und zum Präsidentendes Tribunals der Mathematik erhoben wurde *). Be-kanntlich hat diese Wissenschaft für die Chinesen eine Artvon Religionsheiligkeit, indem nach ihren Begriffen derLauf der Gestirne die Bestimmung ihres glücklichen oderunglücklichen Schicksals anzeigt. Der Jesuite, ein ge-schickter Mathematiker, gab diesem Tribunale bald denje-nigen Glanz, den es bisher unter der Aufsicht der Maho«metaner nicht hatte. Man sah nun das Kollegium derJesuiten mehr für die Werkstätte eines Mechanikers, alsfür eine Schule der Religion an. Alles beschäftigte sichmit Verfertigung mathematischer Instrumente. Dieserarbeitete an Klavieren, jener an Kalendern. Dort be-schäftigte sich einer mit Uhren, und hier einer mit astrono-mischen Tabellen. Andre machten Almanache, und wie-der andere chemische Prozesse **). Der Kaiser war mit derGeschäftigkeit der Jesuiten sowohl zufrieden, daß erdenPater Schall eines ganz besondern Vertrauens würdigte.Sonst pflegten die chinesischen Souverains während ihrerRegierung nie ihren Pallast zu verlassen; allein Chun-tchi machte von der Regel eine Ausnahme, und besuchtein zwey Jahren mehr als zwanzigmal den Präsidenten sei-
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