Band 
Zweyter Band.
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Geschichte der Jesuiten. 7 z

den Geheimnissen ihres Ordens haben. Letztere sind inWahrheit weltliche Jesuiten, die es nicht zu seyn scheinen,weit sie keinen Jesuitenrock tragen, und zu Surate, zuGoa,zuAgra, und allenthalben, wo sie sich festgesetzthaben, für das gehalten werden, was der Augenschein zeigt,nämlich für Kausteute. Es ist erwiesen, daß es Leute vonallen Nationen, selbst Armenier und Türken giebt, welchedem Jnreressc.der Gesellschaft Jesu unentbehrlich seyn kön-nen."

„Diese verkleideten Jesuiten mischen sich in alles,und sie wissen genau, bey welchem Kaufmanne oder Ban«kier von dieser oder jener Waare die besten Produkte zu fin-den seyen. Die geheime Correspondenz, welche sie unun,te> brechen wechselseitig führen, unterrichtet sie genau,welche Waaren und bey welcher Nation sie kaufen müssen,um davon den besten Vortheil zu ziehen. Diese verborge-nen Jesuiten verschaffen ihrer Gesellschaft einen unermeßli-chen Gewinn, und sie dürfen dafür auch niemanden Rech-nung geben, als ihr, in der Person wahrer Jesuiten, wel-che unter der Kleidung ihres heiligen Stifters die Weltdurchlaufen, und von den Obern aus Europa, die sie mitihrem Vertrauen und ihren Geheimnissen beehren, die be-sondern Vorschriften erhalten, welche von den verkleidetenJesuiten befolgt werden müssen. Dieß geschieht denn auchmit großer Pünktlichkeit, weil diese Jesuiten außer dem^Gelübde eines blinden Gehorsams sich auch noch eidlich ver-pfl elften, das Geheimniß zu verschweigen, und alle ihreKräfte zur Aufnahme und zum zeitlichen Vortheil der Ge-sellschaft zu verwenden. Diese verkleideten und in alleWelt zerstreuten Jesuiten, die sich an gewissen Zeichen ken-neu, handeln alle nach einem gemeinschaftlichen Plane, undnur bey ihnen allein hat jenes Sprüchwort nicht statt:So viele Köpfe, so viele Sinne! Der Geist derJesuiten ist immer der nämliche, und keiner Veränderung,vorzüglich was den Kaufhandel betrift, unterworfen."