Band 
Zweyter Band.
Seite
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Sechstes Buch.

„Mit den Waaren, die sie aus Indien, unter demfalschen Verwände ihrer Missionen nach Europa senden,machen sie große Geschäfte. Sie senden dieselben geraden«Weges an verkleidete Jesuiten, welche viel darauf gewinnenkönnen, weil sie solche aus der ersten Hand erhalten. DieseArt von Handelschaft, so beträchtlich sie auch war, habendie Jesuiten so geschickt zu verheimlichen gewußt, daß sichin Europa noch niemand öffentlich darüber zu beschwerengetraute. Denn die Franzosen, welchen dieser Handel vor«züglich nachtheilig war, sahen sich bis dahin der nöthigenBeweise entblößt, diesen Unfug öffentlich rügen zu dürfen*).Die übrigen Nationen haben wenig Antheil daran genom-men, und es nicht ungern gesehen, wenn die Franzosen zuSchaden gekommen sind. Er ( Martin ) habe schon öf«ters das nämliche nach Frankreich geschrieben. SeineSchriften, die er dahin geschickt habe, wären aufrichtigund umständlich gewesen. Mehr hätte er unter solchenUmständen nicht thun können. Allein die Ostindische Han«bclskompagnie sey so weit davon entfernt gewesen, diesenso nachthciligen Mißbräuchen abzuhelfen, daß er von ihrvielmehr wiederholt die ausdrücklichsten Befehle erhaltenhabe, den Jesuiten alles, was sie von ihm als Gouver«ncur verlangen würden, zu bewilligen, und ihnen sooft,als sie es forderten, Geld vorzustrecken. Dieser Umstandmachte sie so übermüthig, daß nur allein Pater Tachardder Compagnie über 150000 Piaster oder 450000 Livresohne alle Schuldverstcherung schuldig sey. Auf der Eskadredes Herrn Du Quesne befanden sich für die Jesuiten inOstindien 58 Ballen, deren kleinster größer war als dieje-nigen, die der Compagnie gehörten. Diese Ballen enthiel-ten keine Reliquien, Rosenkränze, Agnusdei, oder andereWaffen der apostolischen Mission, sondern gute und schöne

») Am allermeisten hatten sie die Hofjesuiten zu fürchten,welche unter Ludwig xiv und xv. die meisten Kabinetteder europäischen Mächte beherrschten.