Band 
Zweyter Band.
Seite
108
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ros Siebentes Buch.

ausgesetzt hatte, ging cr über die eigentlichen Grundsätzedes Papstthums in ein ausführliches Detail, und bewies'ihm mit dem ausgesuchtesten Verrathe polemischen Witzes,daß außer der römischen keine wahre Kirche in der Weltsey, und daß man bey Scligkeitsverlust dem Papste, alssichtbarem Statthalter Christi, in allen Fasten unbeschranktgehorsamen müsse *). Maximilian soll nach dem Zeug-nisse der Jesuiten **) diese Vorstellungen mit Sanftmukhangehört haben, und geneigt gewesen seyn, dieselben zu be-folgen. Allein weit wichtiger noch ist das Gcständniß, dassie von den Kunstgriffen machen, deren sich Robriguejbediente, auf daö befangene Gemüth der Gemahlin desPrinzen zu wirken. Er wußte durch einschleichende Schmei-cheleien, und durch die, jedem Hofjesuiten ganz eigeneGabe, sich dem weiblichen Geschlechte gefällig zu machen,in die zarte Seele dieser Prinzessin einen mächtigen Reli-giousfanatismus zu pflanzen; er stellte ihr vor, daß sievon Gott keinen Beruf habe, sich mit weltlichen Geschäftenabzugeben; aber dafür sey ihre Bestimmung um so edler,nachdem fle durch Geschäfte dieser Art nicht an der Sorgefür das Heil der Seelen gehindert werde. Sie würde sichunstreitig bey Gott ein ewiges Verdienst erwerben, wennsie ihre Hauptsorge dahin verwendete, wie dem bedrängten -katholischen Rcligionszustande in Oesterreich abgeholfenwerden könnte ***). Der schlaue Jcsuite wußte ihren Erulhusiasmus auf einen so hohen Grad zu spannen, daß fleihm beym Abschiede noch einen besondern Auftrag an dendamals regierenden Papst Pius IV. mitgab, und diesenversichern ließ, wie sie fest entschlossen sey, in dem Gehör»sam gegen Se Heiligkeit, und in dem Glauben ihrer Vor-fahren unerschütterlich zu verharren; und wie sie selbst ihr

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