Geschichte der Jesuiten. 109
eigenes Leben aufopfern wollte, wenn dadurch dem be-drängten katholischen Zustande der Religion in Oester-reich abgeholfen werden könnte *).
Solcher Kunstgriffe bediente sich der päpstliche Hof,einen Prinzen, dessen Gesinnungen in Ansehung der so ver-haßten Reformation mehr als zweydcutig waren, in sei»Interesse zu ziehen. Man kann es auch sicher nur diesenBemühungen zuschreiben, daß die Vortheile, welche dieProtestanten unter seiner Regierung genossen haben, du)weitem nicht so groß waren, als sie es zufolge seiner Nei-gung für den Protestantismus erwarten konnten. Indes-sen gewannen seine evangelische Unterthanen immer so viel,daß sie frey und ungehindert ihre» Gottesdienst verrichtendurften, und daß vielleicht unter seiner Regierung einegänzliche RcligionSvereinigung zu Stande gekommen wäre,wenn nicht der päpstliche Hof alle Maschinen seiner Politikin Bewegung gesetzt hätte, um einen Streich zu vorhin-der», der die ganze Hierarchie zu Boden geworfen hatte.Man weiß, wie viele Mühe sich Pius V. gab, zu vcrhin-dern, daß den Evangelischen keine freye Ncligionsübunggestattet würde, und wie er sich bereits anschickte, den Kai-.srr in den Bann zu thun. ihn seiner höchsten Würde zu be-rauben, und den katholischen Rcichsfürsten eine neue Kai-serwahl vorzuschlagen Man weiß auch, wie der Car-dinal Kommendon den frommen Herzog Albert ausBayern dahin bewog, nachdrücklich in den Kaiser zudringen, daß er nichts Nachteiliges gegen den päpstlichenStuhl unternehme *).
Die Rolle, welche die Jesuiten unter seiner Regierungspielten, war nicht sehr glänzend. Man war sogar derMeynung, daß Maximilian fie als die heftigsten Geg-
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