Band 
Zweyter Band.
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128 Siebentes Buch«

sal. Sie wurden daselbst von den evangelischen Ständenbeschuldiget, daß sie den Kaiser Rudolph durch geheimePaktiken bewogen haben, mit den Türken Friede zu ma>chen, um mit mehrerm Nachdrucke gegen die Protestantenverfahren zu können; daß sie zu dem Ende den GeneralDelgiojoso verleitet hatten, mit dem Kriegsschwerd!selbst gegen die Christen in Ungarn zu wüthen; daß sie sichi» alle politische Geschäfte eingedrungen, von allen Staats,geheimnissen Wissenschaft gehabt, und Alles nach ihrenRanken und Kabalen gelenkct hatten *).

Die Jesuiten säumten ihrerseits nicht,' sich in zweyenApologien gegen die Beschuldigungen zu rechtfertigen, dieihnen von den böhmischen Standen gemacht wurden. Siebewiesen vorerst, daß gedachte Stände nicht befugt gcwe.sen seyen, sie zu verbannen, und daß ihr Ausweisungspa-tent ohne gesetzliche Kraft und Gültigkeit sey. Sie läug-neu nicht, daß fie sich jederzeit mit allem Nachdrucke denFeinden der katholischen Kirche widersetzt haben; aber dar-aus folge noch nicht, daß sie Urheber der Empörungenund Rebellionen seyen. So wenig man Christo dem Herrn,welcher zu seinen Jüngern sagte: Ich bin nichtge-kommen, Friede zu senden, sondern dasSchwerdt— und dem heil. Paulus, auf dessenPredigten zu Ephesus eine Empörung erfolgte, Vor-würfe darüber machen dürfe, als waren sie Urheber vonUnruhen; so wenig dürfe mau es auch ihnen zur Last le-gen, wenn an Orten, wo sie predigten, Zweytracht ent-sianhen. Das Vorgeben der Stande, als ob die Jesuitenjedcst Unterthanen erlaubten, aufKönige und Gesalbte desHerrn meuchelmörderisch zu greifen, sey boshaft und lä-sterlich. In ihren Schulen sey diese verruchte Lehre nie ge-höbt, und in ihren Schriften nie gelesen, sondern immer

») Dekret der evangelischen Stände in Ungarn wider die Jesui-ten vom is. May i6iy.