Band 
Zweyter Band.
Seite
130
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izo Siebentes Buch.

„Kirche, nicht aber ein Bischof oder Vorsteher. Was„die Religion betrift, gebührt ihm ju lernen und nicht„zu lehren. — Gottes Wille ist, daß die Priester das,„was in der Kirche zu thun ist, verrichten sollen,„nicht aber die weltliche Obrigkeiten, welche, wenn fie„gläubig find, den Priestern unterworfen seyn sollen.„Aus diesem erhellet, daß der Irrthum, als hatte der„ Papst in Religionssachen über den Kaiser kein Recht und„Gebiet, von einem christkatholischen Fürsten weit ent-„fernt seyn müsse. Denn, wenn er ein Schaaf Christi ist,„so wird er auch wohl wissen, wer der oberste Hirt„aufErden über den ganzen Schaafstall sey." Aber nichtbloß katholische Regenten und Unterthanen, auch selbst alleKetzer und Abtrünnige sind nach der Meynung der jesuiti-schen Apologisten, der geistlichen Gerichtsbarkeit des Papstesunterworfen. Denn wie hatte, sagen sie, Paulus denHymenäus und Alexander, welche am GlaubenSchiffbruch gelitten, durch den geistlichen Dann dem Teu-fel übergeben können, wenn die Kirche keine Gewalt übersie gehabt hatte? Es sey auch wider alles Völkerrecht,daß ein flüchtig gewordener Sklave deswegen frey seynsollte, weil er seinem alten Herrn nicht mehr dienen will.— Eben so fein begegnen sie in ihrer Apologie dem Vor-würfe, als ob sie sich an Höfen in politische Regierungs-geschafte mischten. Dieses sey ihnen, sagen sie, in ihrenConstitutionen alles Ernstes verboten. Alles, was ander ganzen Sache sey, bestehe darin, daß sie einigen Für-sten, welche aus ihrem Orden sich Beichtvater nehmen,nach Anweisung ihres Zwecks und Ziels, bisweilen inGlaubens. und Gewissenssachen mit Rath an die Handgehen, und sie mit geistlichen Lehren und Ermahnun.gen unterrichteten, damit sie ein unverletztes Gewissen be-halten; dasjenige, was sie Gott, dem Nächsten und ihrenUnterthanen schuldig sind, leisten, und so viel billig und