Geschichte der Jesuiten. r 51
möglich, die Handhabung und Fortpflanzung des Glau-bens ihnen angelegen seyn lassen *).
Mit so vieler Feinheit nun die Jesuiten in ihrer Schutz,schrift sich gegen die böhmischen Stände verantworten, sowenig sind sie in der Hauptsache doch gercchtfertiget; undman kann sie, ohnerachtet aller ihrer Apologien, doch immernoch für die nächsten Veranlasset der böhmischen Unruhenansehen. Wenn sie nach ihrem eignen Geständnisse dieUnterdrückung der sogenannten Ketzer, und die Aufrecht-Haltung des Primats der Päpste über weltliche Obrig«keilen sich zur Pflicht machten, und wenn sie außerdemLoch als Beichtvater der Fürsten mit Räthen und Er-Mahnungen zu Hülfe stehen konnten; so liegt es ja of-fenbar am Tage, daß sie an den damaligen Unruhen inDeutschland einen nahen Antheil müssen genommen haben-
Nicht ohne Absicht hat man sich von Rom aus soviele Mühe gegeben, Jesuiten nach Deutschland zu senden,und, was die Sache noch viel wichtiger macht, ihnen z»erlauben, daß sie unter allerley Gestalten, selbst mit äus-seilicher.Verläugnung ihres Standes und ihrer Religion,sich in protestantische Länder einschleichen durften, um alsSpione oder als Unterhändler Verräther an ihren Freun-den zu werben, und die Parthey der katholischen Ligue zuverstärken. Und wer weiß, ob nicht selbst unter denjeni-gen, die äls öffentliche Protestanten den Papst einen An-kicherst und die Römische Kirche eine Hure nannten, ver-borgene Jesuiten, oder zum wenigste» verkappte Katholi-ken sich befunden haben mögen! Denn der eifrige Hofpre-diger in Dresden, Matthias Hoe, konnte wohl nichtso ganz ohne Grund beschuldiget werden, das Interesse
Hpoloßi» siro Locieisks Issu sx Lobsmise eegno üb «jus>Iemregni rtsubus eelixionis sub ukrü^ue siubüco äecesro kmmeeitoproscnsnü. In »crii xublici,. Ivm. I. ^,ib. Ill«
Lsp. VII. psx- -je" ""