Band 
Zweyter Band.
Seite
162
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IÜ2

Siebentes Buch.

den Beystand der einen Parthey zur Ausführung un-serer Plane benutzen können. Besonders muß mansich an die Ge istl ichen machen, und sie bitten, daß sieunser Vorhaben unterstützen möchten.

Gar keine Rücksicht ist auch bisher auf die Wieder-,täufer und Husiten genommen worden, welche zum gros.sen Nachtheile des Christenthums in Mähren, Böhmenund Ungarn geduldet werden, und bey allem Schein derSchwache und Unmündigkeit ( muti 6t imbecilles ville-nntiir) den sie sich zu geben wissen, doch feindseliger gegenuns gesinnt sind, als alle übrigenKetzer. Denn jedes Jahrdurchwandern im Monat May einige der geschicktesten un-tcr ihnen ganz Deutschland, Frankreich und Italien, umdie Einfältigen zu verführen, und ziehen ganze Familienzum größten Schaden dieser Seelen und des Kirchenstaats,aus den genannten Reichen mit sich fort. Diesem Uebel-stande muß gesteuert werden, ehe er noch weiter um sichgreift. Die Besorgung dieses Geschäfts aber muß Sr.Eminenz, dem Cardinal von Dietrichstein übertragenwerden, der als Bischof von Olmüz in Mähren ihreganze Verfassung in dieser Provinz am besten kennt. Ge-gen die vorerwähnten Ketzer einen Krieg anzufangen,scheint zu jetziger Zeit gar nicht rathsam. Denn da ohne-dem schon alle Christen ihre Hände voll zu thun haben,theils mit den Türken, theils mit andern Ketzern, so istkeine Hoffnung, daß wir etwas zur Ausbreitung des ka-tholischen Glaubens und zur Ausrottung der Ketzer würrden ausrichten können; eher wäre zu befürchten, daß dieUnsrigen zur Verherrlichung des Lutherischen Namensunterlagen. Daher wird man bis zu einer andern Zeitwarten müssen, wo entweder die Macht der Türken ganzzernichtet und zertrümmert, oder mit denselben ein an-ständiger Friede, oder auch ein langer Waffenstillstand ge-schlossen worden, wie uns der Kaiser versprochen. Bisdahin müssen wir mit allen KrDcn dahin trachten, baß