Band 
Zweyter Band.
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Geschichte der Jesuiten. ,6z

in den benannten Fürstenthümern und Provinzen, so vieleals nur möglich, von jedem Geschlecht und Stande aufunsere Seite gezogen werden, und sind hiezu weder Ko».sten, noch Aufwand, Mühe, oder irgend eine Ge.fahr zu scheuen. Denn auf diese Weise schwachen wirentweder die Kräfte der Widersacher, oder streuen dochden Saamen zu bürgerlichen Zwistigkeiren undKriegsunruhen unter ihnen aus; wodurch es dannendlich sehr leicht dahin kommen möchte, daß die Ketzerunrer sich selbst handgemein würden und durch ihreeigene Waffen umkämen. Wenn irgend jemals dieAusrottung der Ketzerpest und Heilung von derselben in je»neu Gegenden leichr war, so ist beydes gewiß jetzt amleichtesten.

„Erstlich: Weil die Lutherische Sekte, welche an-fangs in Deutschland nur eine war, jetzt in so viele Par»theyen getheilt ist, daß man kaum zwey in einer Stadtfinden wirb, die in Religionssachen übereinstimmen. Folg»lich kann hier jener Grundsatz gelten: Ist nur dasReich erst unter sich unerns, so wird es zuGrunde gehen.

„Zweytens: Alle Häupter der Ketzer, welche sichteym Volke einen Namen erworben hatten. sind entwedergestorben, oder wenigstens durch das Älter so hinfälliggeworden, baß sie wenig oder gar nicht unsere Uncerneh.münzen hindern werben. So ist denn das Ende dieserKrankheit, ober vielmehr dieser Kctzerpcst nahe. Schonkömmt das Lutherthum so sehr in Abnahme, daß alle an»dere Sekten, sogar die Ketzerfürsten selbst, frey gestehen,jene Sekte könne nicht länger bestehen.

„Drittens: Haben sich unter diesen Sekten gewisseLaster, welche sie uns sonst, und nicht mit Unrecht, vor,zuwerfen pflegten, emgeschlichen; so daß es uns sehr leichtwerden wird, wenn die Rede auf Sitten and Betragenkommen sollte, ihnen das Maul zu stopfen., und alle ihre