Band 
Zweyter Band.
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219
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Geschichte der Jesuiten. 219

wachte er mit den fürchterlichsten Ahndungen und Trau-men hin, Sehr oft sagte er mit unbeschreiblicher Angst zuSully: ,,Ach mein Freund! ich werde diese Stadt nicht„verlassen; sie werden mich hier ermorden *)." DiesemAhndungsgcfühle, diesen heimlichen Bangigkeiten macht«endlich am 14. May 1610 die mörderische Hand desFranz Ravaillac ein Ende, der diesem großen Mo<narchen auf offener Straße durch zwey Messerstiche dasLeben raubte.

Die vielen Widersprüche, die sich in asten französi-schen Geschichtschreibern über dieses Faktum befinden, unddie Nachlässigkeit und Partheylichkeit, mit welcher man indem Prozeß gegen den Könlgümörder verfuhr, haben derNachwelt beynahe alle Hülfsmittel entzogen, sich über diewahren Umstände dieses wichtigen Vorfalles aufklaren zukönnen. Man scheint durchgehcnds gefürchtet zu haben,daß der Mörder Mitschuldige gehabt haben möge, die mannicht zur Strafe ziehen wollte oder durfte. Gleichwohlkann Ravaillac nicht ohne Mitschuldige gewesen seyn.Es ist erwiesen, daß zuMadrik und zu Mailand dasGerücht von der Königsmordung verbreitet wurde, ehenoch die verruchte That ausgeführt war. Acht Tage vorder Ermordung gieng durch Lüttich ein Kourier, wel-cher aussagte, er bringe den deutschen Fürsten die Zeitung,daß Heinrich ermordet worden, Zu Montargisfand man auf dem Altare ein Billet des Inhalts, daßdem Leben des Königs bald durch einen Wagehals einEnde gemacht werden würde**), Zu Douvay, Ant»werpen, Arras, Brüssel, Mechcln, und Her-zog enbusch sprach man von seinem Tode ebenfalls, ehederselbe erfolgte. Der Prevol des Marchands von P l u-

*) 1. c. S- LV8.

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