Geschichte der Jesuiten. szz
stautischen Stande zu unterdrücken. Wir haben aber auchzugleich gesehen, wie wichtig die Dienste waren, die derJesuitenorden dem österreichischen Hause leistete, und wiesich's dieser zum eigenen Geschäfte machte, allenthalben,am Hofe, wie unterm Volke» alle Triebmaschinen seinerPolitik in Bewegung zu setzen, um die Plane jenes Hauses,auch mit dem kostbarsten Aufwande von Menschcnblut,zur Ausführung zu bringen. Man vergesse bey alle demnicht, daß dieser Orden immer dasselbe Interesse, unddensclbe» Zweck, die Vergrößerung seiner Macht nämlich,vor Augen haben mußte; und man verliere nie das Bestre-ben desselben nach einer allgemeinen von aller Herrschaftunabhängigen Univcrsalmonarchie aus dem Gesichte; sowird man leicht begreifen, daß es die Jesuiten in, Grundemit keiner Macht gut meynen konnten, sondern höchstensnur so lange die Entwürfe dieses oder jenes Negentenhau-ses begünstigten, als ihr eigener Vortheil seine Rechnungdabey fand. Endlich geben die Eonstitutionen ihres Or-dens, und die innere Regierung desselben, die allerstark-sten Beweise an die Hand. Der blinde Gehorsam, den jederJcsuite ohne alle Ausnahme seinem Generale schuldig war,und die durch Eide befestigte Verbindung der Gesellschaftmit dem römischen Stuhle, mußte nothwendig alle Je,fuiten, die sich an Höfen aufhielten, zu gefährlichenSpionen und Verräthcrn machen. Am allermeisten hat-ken dieses solche Höfe zu besorgen, die aus Staatsgrün-den mit den römischen Päpsten in Kollissionsfalle kommenmußten. Die französische Geschichte liefert davon, wirwir bald sehen werden, die auffallendsten Beyspiele,
So denkt die Nachwelt über die Veranlassung jenesKönigsmordes, und über den Antheil, den die Jesuitendabey gehabt haben mögen. Die Zeitgenossen aber er-griffen das, was ihnen zunächst lag. Sie untersuchtendie Grundsätze und Ideen, die damals in Umlauf gebrachtworden; und sie fanden, baß dir Schriften, welche, mit