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Achtes Buch.
Viertes Kapitel.
Streitigkeiten der Jesuiten mit der Universität von Paris. IhrEinfluß bey der im Jahre iSrq und 1615 gehaltenen Ge-neralversammlung der Stände,
Aie Leiche des Königs war noch kaum zur Erde bestat,tet, als man im Pallaste sowohl als im geheimen Staats-rathe die auffallendste Veränderung bemerkte. Der Zwang,wenigstens in dem ersten Augenblicke über die Ermordungdes Monarchen einen Schein von Betrübniß zu erkünsteln,war am Hofe so sichtbar, und den meisten Höflingen sounerträglich, daß einer den andern vermied, aus Furcht,den wahren Zustand seiner Gesinnungen zu verrathen. Je-der hatte den Plan seines unter der neuen Regierung zuerwartenden Glückes schon im Voraus entworfen. Jederdachte an seine eigene Erhöhung, an seinen eigenen Vor-theil. Die ehrsüchtigen und raubgierigen Großen hattenunter dem vorigen Regimente in der klugen und weisenStaatsverwaltung allzu viele Hindernisse gefunden, alsdaß sie einer solchen gewaltsamen Veränderung nicht miteiner Art hoffnungsvollen Trostes hätten entgegensehensollen. Ihr vornehmstes Bestreben gieng also vorerst da-hin, flch in den geheimen Staatsrath einzudringen, undvor allem diejenigen zu entfernen, deren Tugenden undTalente ihnen furchtbar seyn mußten. Der ehrwürdigeSully, der den französischen Staat aus dem trostlosenZustande einer gänzlichen Verarmung heraushob, unddemselben durch weise Finanzverwalrung den Glanz einerder reichsten und mächtigsten Monarchien verschafte, wurdevon dieser Zeit an das Ziel einer verderblichen Kabale. Alle,welche der Eitelkeit der Regentin schmeichelten, um sich