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Geschichte der Jesuiten. 259
„lig ist, mit demjenigen zu vereinigen gewußt, was die„ Macht des Papstes unmittelbar angeht *)." So dachtedie französische Geistlichkeit über das vorstehende Sekretdes Tiers. Etat. Wer erkennt hierin nicht dieDenkungs-art und den Geist der Jesuiten? Ist es nicht sehr auffal-lend, daß man zu einer Zeit, wo man viel von der Frey.heit der französischen Kirche sprach, die Frage, ob es inder Macht des Papstes stehe, Könige abzusetzen und Un-terthanen ihres Eides der Treue zu entlassen, noch fürproblematisch, für unentschieden hält? Und daß maneine Lehre, die den Königsmord gestattet, nicht verdam-men könne, ohne eine Spaltung in der christlichen Hierar-chie zu veranlassen? Wir groß mußte nicht der Triumphder Jesuiten seyn, zu sehen, daß ihre Maximen auf fran-zösischem Boden schon so tiefe Wurzeln geschlagen harten.
Doch war der Sieg, den sie unter dem Beystandeder Geistlichkeit und des Adels über den Bürgerstand da-von trugen, nicht der einzige, mit welchem ihre geheimenBemühungen in der damaligen Reichsständeversammlungbelohnt wurden. Ihr Kredit und ihre Politik vermogrenbey weitem noch mehr. Sie fanden Gelegenheit, ihren al-ten Feind, die Universität, zu besiegen. Diese hohe Schulehatte in Ansehung der Lehre von der Unabhängigkeit ihrerSouveraine die nämlichen Begriffe, die der Tiers. Etathatte. Ske trug also in der Schrift» die ste den Ständenals Resultat ihrer Forderungen übergab, vornämlich dar-auf an, daß die Idee von einer Oberherrschaft des Pap.stes über französische Monarchen ganz vertilgt werden soll.Um die nachtheiligen Folgen einer Lehre, welche seit eini-gen Jahren in Predigten und Schriften die Souverainitätweltlicher Regenten angreift, zu unterdrücken, sollen Se.Majestät veroxdncn, daß alle Benefiziaten, Offiziantenund Mitglieder der Universitäten, alle Generale und Pro-
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