§68 Achtes Buch.
„behaupten, baß Ihr Königreich ein Lehen des heiligen„Stuhles sey." Das Gemäloe, welches sie in dieserSchrift von den Jesuiten machten, ist in unverkennbarenZügen ganz nach der Natur entworfen. „In Ihrem Kö«„nigreiche, Sire!" fuhren sie fort, „befindet sich eine„Sekte von Leuten, die sich von der Gesellschaft Jesu„nennen, als wäre es für sie eine unbedeutende Kleinig«„keit, Jünger des Heilandes zu seyn. Sie schwören ih.„ rem Ordenschef, welcher von jeher ein Unterthan des„Königes von Spanien ist, blinden Gehorsam. Als Der-„führer der Jugend, und als Feinde des Staats und des„Lebens der Könige, sind sie von Ihren Parlementshöfen„verurtheilt worden. Sie lehren, daß der Papst befugt„sey, Könige abzusetzen, und über Kronen nach Willkühr„zu verfügen; und daß ein Geistlicher, welcher im Beicht«„ stuhle Wissenschaft von einer Verschwörung gegen Staa«„ten und Monarchen bekömmt, nicht verpflichtet sey, die«,„selbe zu entdecken. In Frankreich sowohl als an«„derwarts hat man die traurigen Wirkungen dieser Lehre„empfunden. Man hat Schriften, worin dieselbe ge-rechtfertigt wird, und welche mitBewilligung und Gut-„ heissung ihres Generals und mehrerer jesuitischer Thcolo«„gen gedruckt wurden, zum Feuer verdainmt. In dem„Collczio, welches ihnen die Freygebigkeit des versterbe«„nen Königes, Ihres Vaters, zu la Fleche stiftete,„sieht man in dem Speissaale die Portraits der Märtyrer„ihres Ordens, unter welchen sich auch jene befinden,„ welche mit dem Tode bestraft wurden, weil sie an Ver«„schwörungen wider das Leben der Könige Antheil gcnom«„men haben. Diese Todesstrafe nennen sie ein Marter«„thum, und stellen die Gemählde solcher Verbrecher unter„die Augen einer Menge junger Leute, um sie durch Bey.„spiele aufzumuntern, auf ähnlichen Wegen nach der„iMarterkrone zu ringen. Und die Jesuiten, die eine sol«„che verruchte Lehre nie widerrufen, und die Bücher, dir