Band 
Zweyter Band.
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327
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Geschichte der Jesuiten. Z27

treffen kannten diese erbärmliche Geistesschwache, undglaubten dem Geschmacke, den Ludwig an ihnen fand»dadurch neuen Reiz zu geben, wenn sie in ihm jenen An-dachtstrieb verstärkten. La Chai sc that ihnen hierinungemein wichtige Dienste. Gleichwie vielleicht am ganzenHofe kein ausschweifenderer Wollüstling war, als er, sokonnte man auch nicht leicht einen Heuchler finden, der beyeinem unerträglichen Stolze so tief im Staube kroch, undunter den Höflingen, deren Frauen er schändete, mit soandächtiger, unschuldiger und enthaltsamer Miene auftrat»als ek *). Es war eine Sache von höchster Wichtigkeit,daß sich diejenigen Frauenzimmer, die durch Schönheitund Witz auf den König, der beydes liebte, Eindrücke ma-chen wollten, sich gut mit dem Beichtvater verstunden,und daß dieser es gleichfalls zur ersten Klugheltsregelmachen mußte, sich mit jenen nicht abzuwerfen, so langesie einen Platz im königlichen Bette hatten. Es laßt sichbegre fcn, wie schlecht es unter solchen Umständen um dieRegierung bestanden habe, nachdem Buhlcrinnen undBeichtvätcr am Hofe die Hauptrolle spielten, und sichwechselswcise in die Herrschaft theilten; nachdem jene ihreAnverwandten, und diese ihren Orden zu bereichern hat-ten **); und nachdem das Schicksal des Ministeriumsvon dieser Zeit an in der Gewalt derjenigen war, die dennächsten Einfluß auf das Gemüth des Monarchen zu be-Häupten wußten.

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»») Das Institut der Jesuiten macht es jur Regel, daß die Hof-beichtväter das Interesse ihres Ordens nie aus den Augenverlieren sollten. Leinper iiisiscsl, ul ?rmcip«msc iisdesr srgL Locielscem. /»sctt. Lvc.

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