zz2 Achtes Buch. ^
gen seines Ansehens, weil er von dem Eifer und der Hitze, !womit jene, ohne königliche Befehle zu erwarten, will-kührlich-vorausschritten, die erwünschte Huguenottenbc-kchrung erwartete. Inzwischen hatte diese Nachsicht die»nisten Intendanten zu Despoten gemacht, welche, nach.dem keine Rcformirte mehr zu quälen übrig waren, auchdie Katholiken ihren Muihwillen empfinden ließen.
Colbert, der um diese Zeit am Staatsrudersaß,bot vergebens alle seine Einsichten und seine Nednerkunstauf, Toleranz zu predigen. Er stellte dem Könige nach-drücklich die Gefahren vor, womit die Vertilgung der Hu.guenotten verbunden seyn müßte. Allein Ludwig sah inseinem Minister zwar einen wackern Finanzverwaltcr, aberdarum keinen bessern Katholiken? und die natürliche Folgedavon war, daß derselbe von diesem Augenblick an seinenKredit verlor, und einem Menschen Platz machen mußte, !der sich besser auf die Kunst verstund, Religion zu heu-cheln. Dieser war Louvois, ein Mann, der durch Lie-besintriguen das Vertrauen des Königes gewann, undunter dem Schein eines apostolischen Religionöelfcrs jeneberüchtigten Drag onaden veranlaßte, deren Grausam-keiten bey weitem noch schrecklicher waren, als das Wür»gen in der St. Bartholomäusnacht- Die Provinz Poi-tou war das erste Opfer dieser Unmenschlichkeit gewor-den. Ihr Intendant, Herr von Marilac, glaubte da-durch, daß er anfangs mit Geld, und bald darauf mitDrohungen *) Proselyren machte, seiner Pflicht noch nichthinlänglich Genüge geleistet zu haben. Er wandte sich anLouvois, welchem der Zelotengeist dieses Despoten sowohl gefiel, daß er ihm zur Unterstützung ein Dragoner-
') Er ließ den Huguenvtten von seinen Prososen und Häschernmit dem Degen und den Pistolen in der Zaust das katholischeGlaubensbekennrniß abzwingen, ttiswir« »poloZeli^ue ou
«ietsnsv lies iiverlSir elsz LAiizss lelormse» cle?,Loce. park, II.
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