Band 
Zweyter Band.
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Geschichte der Jesuiten. zzr

Partikularvorschläge jeder einzelne» Intendanz zu allge-meinen Gesetzen für alle Provinzen wurden. So fieles z. V. einem Intendanten ein, in seiner Provinz denprotestantischen Hebammen zu verbieten, Kreisenden bey»zustehen, weil sie die Nothwendigkeit laugneten, die neuge.dornen Kinder gleich auf der Stelle zu taufen. Ei» ande»rer brachte in Vorschlag, den Neubekehrken für zweyJahre die Kopfsteuer zu erlassen, die Huguenottcn aber gc»doppelt zu besteuern. Ein dritter war der Meynung, manmüsse aus den reformirten Kirchen alle Stühle herauswer»fen, damit die Unbequemlichkeit, stehend die Predigtenanzuhören, manchen abhalten möchte, zur Kirche zu gc»hen. Einige verfielen auch auf sehr grausame und unna-türliche Vorschläge. So sollten z. D- die Eltern verpfiich»tet seyn, jedem Kinde, das sich bekehren ließ, eine Nah-rungspcnsion zu geben; jedes Kind sollte vom siebentenJahre an befugt seyn, das katholische Glaubensbckennt-uiß abzulegen, und sollten von dieser Zeit an die Elternkeine Gewalt mehr über ihre Kinder haben *), u. s. f.

Die meisten dieser Vorschlage wurden zu Reichsgc-setzen. Allein die Intendanten gingen iu manchen Pro-vinzen noch viel weiter, als es ihnen der Hof erlaubte,und trafen manche Verordnungen aus eigenmächtiger Will-kühr, die der König mißbilligte. Dennoch wagte es derMonarch nicht, öffentlich darüber sein Mißfallen zu be.zeugen, oder solche eigenmächtige Befehle aufzuheben, ausFurcht schwach zu scheinen, und dadurch diejenigen, diesich nicht wollten bekehren lassen, nur starrsinniger zu ma-chen. Diese Schwäche der Regierung kam den herrsch-süchtigcn Intendanten trcstich zu statten. Sie maaßtensich von dieser Zeit her eine Macht a», die sie bisher »ochnicht geübt hatten. Sie überstiegen alle gesetzliche Schran-ken ; und der König schwieg zu den offenbarsten Verletzun-

y Ld»ircis«emer >5 birtorigue, I. c. p,x. 18z—»87.