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Zweyter Band.
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Geschichte der Jesuiten» z;z

gewohnt, alle Kandidaten des Pricsterstandes, und vor»züglich solche vor ihren Füßen liegen zu sehen, welche nachhohen Würden im Kirchenregimente strebten, als daß siees ohne heimliche Bitterkeit Hütten bemerken können, wiefleh der junge Noailles fast gar keine Mühe gab, dieGunst des königlichen Beichtvaters zu erbetteln *). Hüt/ten ihm nicht seine hohe Geburt, die Verdienste seines be»rühmten Vaters, und seine Frömmigkeit zu einem Bis»thume verhelfen, so wäre er vielleicht lebenslänglich niehöher als zur Würde eines Abbss gestiegen.' Indessenhob ihn sein Ruhm und fein Ansetzn immer höher, undder König machte ihn erst zum Erzbischof, und bald dar»"auf zum Cardinal, ohne feinen Beichtvater darüber zuRathe zu ziehen. Diese so ganz außer der Ordnung ge-schehene Beförderung mußte den Jesuiten um so mehr miß.fallen, nachdem sie hinlängliche Beweise in Händen zuhaben glaubten, daß ihnen Noailles gerade zur unge-legensten Zeit gefährlich werben könnte.

Dieses Mißfallen brach nur zu bald in Rache aus.Sie wollten, was es auch kosten möchte, den Cardinal ver-derben. Die Wahl der Mittel hiezu machte sie nicht vcr-legen. Sie durften ihn, wenn ihnen alle übrige Kunst-griffe mißlangen, nur einen Jansenisten nennen, um ihnum seinen Kredit am Hofe und beym Volke zu bringen.Dieses geschah denn auch. Noailles hatte das neueTestament mit den Anmerkungen des Quesnel in sei-nem Kirchspiele eingeführt. Diese Anmerkungen gefielenden Jesuiten nicht. Sie sahen, daß ihr Gnadenwirkungs»system und ihrMolinismus nachdrücklich darin angegriffen

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