Band 
Zweyter Band.
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Geschichte der Jesuiten. z?z

in literarischer Verbindung. Das Gemählde, welches derJesuite Mannersch ied *) von dem Privat- und Re-gentcnlcben dieser großen Königin entwirft, ist ungemcinschön. „Ihre Gestalt ist mehr als mittelmäßig, (schrieber **); sie hat eine erhabene Stirne, lebhafte Augen, eineAdlernase, und einen reizenden Mund. Außer ihrem Ge-schlechte bemerkt man nichts Weibliches an ihr. IhreStimme, ihr Gang und ihre Bewegungen sind männ-lich. Fast täglich reitet sie. Ihre Kleidung, die sie zuPferde tragt, ist kaum 4 oder 5 Dukaten werth. Am Hofekleidet sie sich eben so einfach. Außer einem goldnen Ringesieht man an ihrer Kleidung nichts von Gold und Silber.Nur an Sonntagen widmet sie ihrem Anzüge eine Haib«Stunde. Die übrigen Tage beschäftiget sie sich kaum eineViertelstunde damit. Oft, wenn ich mit ihr sprach, sahich an ihrem Hemds Dintenflecken. Manchmal hatte siezerrissene Wäsche an. Nur z oder höchstens 4 StundenWidmet sie dem Schlafe. Nach ihrem Erwachen bestimmtsie fünf Stunden der Lektüre. Es ist für sie eine Pein,offene Tafel halten zu müssen. Wenn sie allein im Kabi-nette speiset, so verweilt sie sich nicht länger als eine halbeStunde am Tisch. Sie trinkt nur Wasser. Ob eine Brühewohl oder übel zubereitet war, darüber hat sie nie einWort verloren, so wie sie auch nie in der Küche etwas an-ordnete. Ich habe sie öfters versichern gehört, daß sienie Verdruß oder Unruhe empfunden habe, und daß nichtsauf der Welt im Stande wäre, den Frieden ihres Geistes

») Er war tzauskaplan des in Stockholm residirenden spani-schen Gesandten.

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