Geschichte der Jesuiten. 42z
waren, wenn die Jesuiten ein so furchtbares Tribunalin ihre Gewalt bekommen hatten. Nur ihrer allzu unbän-digen Begierde, mit welcher sie nach dieser Macht strebten,und ihrer ungeduldigen Geschäftigkeit, bey welcher sie ihreAbsichten nur allzu deutlich an den Tag gaben, mußten siees zuschreiben, daß sich das ganze Geschäft fruchtlos zer-schlug. Mit mehr Klugheit, und wenn sie sich nicht so ge-waltig und so beleidigend hervorgedrängt hätten, würdensie das glänzende Ziel ihrer Wünsche erreicht haben. Aberunglücklicher Weist hatten sie den Bischöfen und den In«guisitoren selbst die Waffen in die Hand gegeben, mit wel-chen sie besiegt wurden. Durch die heimliche Unterstützungdes verhaßten Grundsatzes, daß die Monarchie dem In«quisttionstribunale untergeordnet seyn müsse, hatten sie die-ses Gericht allzu mächtig und furchtbar gemacht, als daßsich diejenige», die bisher im Besitze desselben waren, soganz ohne Widerstand hätten abtreiben lassen.
Was der Orden durch den mißlungenen Versuch, dieInquisition in seine Gewalt zu bekommen, einerseits ver-lor, dafür wußte er sich anderseits wieder auf eine andereWeise schadlos zu halten. Schon unter Jöhanns IV.Regierung entstund in Lissabon für die auswärtigenMissionen eine eigene Gerichtssiclle, wozu der General derGesellschaft die Intendanten erwählte. Die Verrichtun-gen dieses Tribunals sollten zwar nur darin bestehen; dieAngelegenheiten der Mission, in so ferne sie die Bekehrungder Ungläubigen in Indien betreffen, in gehöriger Ord»nung zu besorgen. Allein bald überschritt man die gesetz«tenSchranken, und es war nun nicht so wohl mehr davonwie die Heyden zu bekehren seyen , als vielmehr von demNutzen die Rede, den der Orden von der Handelschaft mitdiesen Völkern ziehen könnte. Die Verordnungen, die vonZeit zu Zeit gemacht wurden, beweisen dieses sehr deut»lich. Denn schon im Jahr 1676 erschien für das Gouver-nement von Angola ein Gesetz, welches allen Weissen