428 Neuntes Buch.
(sagten fle) „mit den Papisten geheime Verträge gemacht;„ er sey ein Freund der Jesuiten, ob er gleich zum Scheint„das Gegentheil seyn wolle; er bediene sich derselben zu„geheimen Verrichtungen; er habe während seiner Regie,„rung viele öffentliche Katholiken zur Pairswürde erhoben,„ und die Vollstreckung der Parlamentsverordnungen, die„unter Elisabeths Regierung wider die Anhänger„des Papstthums gemacht worden, durch Gegenbefehle„aufgehalten; die mit aller Gewalt in Irland geschehene„Einführung der römischen Religion, und die daraus„erfolgte Nicdermezlung von mehr als 150000 Protestan-„ten sey größtentheils seiner Neigung zu dieser Religion„zuzuschreiben, weil er es unterlassen habe, die Aufrüh-rer zu bestrafen, und weil man beweisen könne, daß der„Aufruhr durch geheime Winke vom Hofe aus unter-„stützt wurde u. s. f."
Nicht ganz ohne Grund konnten ihm solche Vorwürfegemacht werden. Ob er gleich selbst bis an sein unglück-liches Ende der bischöflichen Kirche getreu blieb, so hatteer doch durch seine Nachsicht gegen die Katholiken, und da-durch, daß er ihnen in den ersten fünfzehn Jahren seinerRegierung die wichtigsten Bedienungen anvertraute, undsie zu geheimen Räthen, Staatssekretairs und Statthal-tern m den Provinzen beförderte, zu dem Verdachte An-laß gegeben, als begünstige er eine Religion, die demVolke verhaßt war *). Allein verschiedene Rücksichtenscheinen ihn bewogen zu haben, keine andere als gelindeMaaßregeln wider die Anhänger der römischen Kirche zunehmen. Einmal hatte er eine französische Prinzessin zurGemahlin, welche eine eifrige Katholikin, und in der Ge-walt eines Jesuiten war, dem sie die Regierung ihres Ge-wissens anvertraute. Karl war ein zärtlicher Ehegatte**),
*) Ebendas. Band VII. Buch XXI. S. 349.
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