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Geschichte der Jesuiten. 4 5 7
Hebamme, daß sie entbunden sey. Man hörte kein Kindschreyen, und man fand es nicht einmal nöthig, die neueGeburt den umstehenden Herren zu zeigen, welches doch,des Hofzeremoniels wegen, sonst zu geschehen pflegt. Sowenig die Kindbetterin erlaubte, vor ihrer Geburt sichihre Geschlcchtstheile besichtigen oder berühren zu lassen,so wenig erlaubte sie dieß auch nach derselben. Ihr ge.wöhnlicher Accoucheur, welcher ihr in den vorhergehendenGeburten beystund, wurde dicßmal nicht gerufen, undals er aus eigenem Antrieb und »»gerufen mit Pflasternerschien, um die Milch zurückzuhalten, wurde er mit demtrockenem Bescheide zurückgewiesen, daß man seiner undseiner Arzeneyen nicht bedürfe. Ueberhaupt beobachtete manüber alles, was die Milch und die Reinigung der Königinbetraf, ein äußerst geheimnißvolles Betragen. Die vor-hergehenden Kinder der Königin waren alle sehr schwächli-cher Leibesbeschaffenheit. Dagegen aber schien der jungePrinz, den man nach zwey Lagen einigen Herren zeigte,außerordentlich stark, und einige Aerzte, welche ihn sahen,hielten ihn für ein mehrere Wochen altes Kind. DieserUmstand, und noch andere Zwischcnbegebenheiten, gabenzu dem Verdachte Anlaß, daß der erste Prinz gleich nachseiner Geburt gestorben, und ihm ein zweyter untergescho,hen worden sey.
Doktor Burnet führet alle diese Umstände sehr weit,läuftig an *). Es laßt sich freylich verschiedenes dagegeneinwenden **). Allein da sowohl der König als die Kö,nigin alles versäumt haben, was die Geburt des Prinzenvon Wallis auch nur im Geringsten außer Zweifel hättesetzen können; so kann man es den Engländern nicht ver-denken, wenn sie auch bis auf den heutigen Tag den in
') Geschichte seiner Jett. Theil m. S. 28Y u. s.
*') Rapin führt die wichtigsten Einwürfe von Seite 264 b!S271 an.
Gesch. ». Les. II. D». Z0