Band 
Vierter Bnad.
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Geschichte der Jesuitei,.

von Rußland weit entfernt ist, dem Oberhaupte der Römi-schen Kirche ein solches Recht ausschließend zukommen zulassen, und aus diesem Grunde eine» der Römischen Kircheungehorsamen Bischof in Schutz nimmt, und zwar bloß des-wegen, weil derselbe auf ihren Befehl dem Papste den Ge-horsam verweigert, oder, welches eben so viel ist, von Voll-machten einen Mißbrauch gemacht hat, der die RömischeKirche in allen Absichten ärgern, und das Oberhaupt dersel-ben in Widerspruch mit sich selbst setze» mußte.

Allerdings mußte die Verlegenheit, in welcher sichPins VI. befand, nngemein groß seyn. Es gehörte einhoher Grad von Mäßigung dazu, über Vorwürfe und Dro-hungen, die ihm von einer Monarchin gemacht wurden, dienicht zu seiner Kirche gehörte, nicht in heftigen Zorn zu gera-then. Der Dorwurf, daß die meisten Katholiken von Weiß-rußland bloß deswegen Katholiken seyen, weil sie von denkatholischen Glaubensgenossen unter Polnischer Herrschaftverfolgt, und durch die Kunstgriffe und List der RömischenGeistlichen verführt wurden, mußte dem Oberhaupte einerKirche, die sich allein selig glaubt, und alles verdammt,was nicht ihres Glaubens ist, ungcmein empfindlich fallen.Noch mehr aber mußte es den Papst kranken, daß die Kai-serin so unverdcckt zu verstehen gab, wie die Dogmen ihrerGriechischen Kirche der Menschheit und dem StaatSglückeweit zuträglicher seyen, als die Dogmen der Römischkatho-lischcn Kirche. Wie tief haben die Jesuiten den Papst ernie-drigt, da sie, um ihr Interesse zu schützen, eine nicht katho-lische Monarchin eine Sprache führen lassen, die durchausdem Primate des Römischen Stuhles und dem Ansehen derkatholischen Religion so sehr entgegengesetzt ist! Wie wenigdürfe» sie, die dem Papste durch ein besonderes GelübdeGehorsam geschworen haben, sich einst in ihren Jahrbücher»desselben rühmen, nachdem hauptsächlich sie eine Monar-chin, die außer der Gemeinschaft der katholischen Kirche ist,verleitet haben, so bitter und so drohend sich gegen ein unfehl-