Band 
Vierter Bnad.
Seite
153
JPEG-Download
 

Geschichte der Jesuiten. i;g

Gütern Gestritten wurden, nicht zu verkürzen, so erboten sichdie Prälaten, die sämmtlichen Lateinischen Schulen in ganzVaieru und Obcrpfalz mit Professoren aus ihren Klö-stern versehen zu lassen. Den Plan hierzu hatte der AbtFranziskns von Polling entworfen.

Die Jesuiten waren über die unerwartete Wendung die-ses Geschäftes äußerst verwirrt. Sie sahen sich in die Fall-stricke, welche sie den Mönchen legten, nun selbst verwickelt.Schaam und Verzweiflung bemächtigte sich ihrer, und sieversuchten noch alles mögliche, um einem Streiche auszu-weichen, der ihr Vorhaben, das Schulwesen ganz allein inihre Gewalt zu bekommen, mit einmal niederwerfen müßte.Statt ler entwarf also in aller Eile nachstehenden Gegen-plan, den er an die Regierung einschickte

«l- Der Schnlfvnd, der jetzt jährlich z6ovo fl. beträgt,soll in baarem Gelde von den 78 Pralatnren in Baiern,mit halbjährigen Fristen, erlegt werden; oder vielmehr, umfür alle unvorhersehliche Ausgaben einen Vorschuß in Bereit-schaft zu haben, sollen jährlich von den Prälatnren rmunäs4ocoo fl. erlegt werden. Hiermit würde keine Prälaturmehr treffen, als 600 fl., d. i. gerade so viel, als in derPvllingischen Hypothese, von jeder Prälatur, für Erhal-tung der von den Klöstern abzuschickenden Professoren, müßteabgegeben werden."

„II. Hierzu wird ein einziger Beamter als Cassirerdes Schnlfondes erfordert, der monatlich die Professorenbezahle.«

„III. Se. Knrf. Durchlaucht ernennen, wie vorhin, alleProfessoren, und zwar nur nach einer vorausgeschickten öffent-lichen Prüfung, die entweder in mit Beyfall unparthevischer

*) Schlörers EtaatSanrcigen. Bd. lr, Heft Vl, G. »8o u- s.