SechszehnteS Buch.
«>n die verschiedenen Klagen zu nntersuchen nnd eine bestimm-tere Einrichtung zu treffen, eine ansehnliche Kommission nie-dergesetzt, zu welcher, außer drey Acbten , und mehrern,theils geftlichen und theils weltlichen Räthen, auch die Jesui-ten Wölfinger und von Schönberg ernannt wurden.Der Graf Theodor von Morawizky führte daö Präsi-dium bey dieser Kommission. Das ganze Geschäft wurdesehr heimlich betriebe». Gegen die Mitte des Jahrs fingman sehr laut davsn zu sprechen an, daß die Jesuiten wiederausschließen!) das Schulwesen über sich nehmen würden, undihr Triumph war zu dieser Zeit eben so stolz, als die Nieder-geschlagenheit wahrer Patrioten groß war *).
Während die Schnlkommission unter sich selbst uneinswar, imd bald diese, bald jene Parthey sich mit der Hoff-nung des erfolgenden Sieges schmeichelte, beschäftigte denHof eine besondere Angelegenheit. Se. Kurs. Durchlauchtwollten, um einen Theil des Vaieri scheu Landadels zuversorgen, «ine Maltheserznnge in Baiern stiften. ESfragte sich aber, woraus die hierzu nöcWgcn Fonds solltenhergenommen werden? Die Jesuiten riechen, jährlich eineSumme von i zovoo Fl. von dem Baierischen Prälaten-stande zu erheben. Man schien Anfangs diesen Plan zu ge-nehmigen, nnd die Jesuiten ließen in aller Eile aus Romeine Bulle kommen, welche dem Kurfürsten erlaubte, zum Un,terhalt der Maltheser die Klöster zu besteuern. Die Prälaten,als Lanvsiände, glaubten sich berechtigt, mit Gegenvorstel-lungen dazwischen zu treten. Man bewies, daß die Eurerder Jesuiten, welche auf ü Millionen geschätzt wurden, mitmehrerm Rechte den Malthcscrn könnte» angewiesen werden,ltm aber den Schulunterricht in Gymnasien und Lyceen,dessen Kostest seit Aufhebung der Gesellschaft Jesu aus ihren
Pragmatische Geschichte der Schulreform»!!»» in Baiern- Ab-schnitt §. 7,'S. j!6.