Geschichte der Jesuiten. r?i
Beredsamkeit. Aber mit diesen konnten diejemgen nicht be-friedigt werden, die entweder wegen ihrer Verdienste, oderwegen ihres ausgebildeten Geistes berechtigt waren, gemäßder hohen Erwartungen, die sie von den Endzwecken des Or-dens hatten, tiefere Einsicht in das System zu fordern. Erstals Freyherr von Kniggc, ein unter dem Namen Philobekannter Jllnminate, Ordensoberer wurde, erhielt daS ganzeGebäude eine regelmäßige Gestalt. Man theilte das Systemin drey Hauptklasse», deren jede zwey Unterabthcilungenhatte. Zuerst kam die Pflanzschule, welche das Noviziatund die Mincrvalklasse in sich begriff. Bey der Aufnahmewurden jedem Individuum eiu allgemeiner Begriff von derGesellschaft der Jllummaten überreicht, welcher eine Ausein-andersetzung der Hauptzwecke des Ordens, und der vorzüg-lichsten Mittel, welcher man sich zu ihrer Erreichung bediente,im Allgemeinen enthielt. Bezeugte sodann der Kandidat einVerlangen, in den Orden aufgenommen zu werden, so trater in das Noviziat. Hier lernte er Niemanden als seinen Füh-rer kennen, welcher sich Mühe gab, zu erforschen, ob derAufgenommene überhaupt für den Orden brauchbar, ob erfähig, empfänglich, folgsam und anhänglich an den ihmbekannt gemachten Zweck war. AM'd man das Gegentheil,so wurde er entlassen; ließ sich aber von ihm etwas höffeu,so wurde er unter die Minervalcn aufgenommen. Hier ar-beitete er gemeinschaftlich mit einigen ander» Zöglingen unterder Aussicht dcö Minervalmagistrats, mußte monatlich von^ seinen Fortschritten Rechenschaft und den Obern in verschlos-senen Zetteln Nachricht geben, ob er mit seinem unmittelba-ren Führer zufrieden wäre, was er wünschte, und was erzum Besten der Gesellschaft thun konnte, oder gethan halte.Man versprach und reichte ihm Unterstützung in einem be-stimmten litterarischen Fache, zu welchem er sich hakte ein-schreiben lassen, und verhieß ihm in der Folge eine seinenVerdiensten und Fortschritte» angemessene Versorgung imbürgerlichen Leben, Schutz gegen Verfolgung und gegen