Geschichte der Jesuiten. r8z
Originalschriften, Briefe n. dergl. gefunden, und durch denDruck bekannt gemacht hatte, so erwies sich in der Haupt-sache keines derjenigen Verbrechen, die man dem Orden zuSchulden legte. Worüber man am meisten Lärmen machte,betraf Fehler der einzelne» Individuen, die aber deswegennicht Fehler der gesammten. Gesellschaft genannt werdenkönnen.
Eben deswegen ist denn auch die Geschichte der Jllumi-natenverfolgung so »»gemein merkwürdig geworden. Sowenig einerseits der Regierung daS Recht streitig gemachtwerden kann, geheime Verbindungen im Staate zu verbie-ten; so sehr wird man anderseits mit Befremden gewahr,daß zwischen Strafe und Verbrechen kein richtiges Verhält-nis beobachtet, und die ganze Prozedur durch willkührlicheMachtsprnche und durch den Einfluß einer erbitterten Par-they geleitet wurde. Eine kleine Uebersicht dcö Schicksals,welches einige Jlluminaten betroffen hat, reicht hin, unshiervon zu überzeugen.
Adam Weishanpt, der, als die erste Verfolgungzn Jngolstadt über ihn ausbrach, dem Hofe noch nichtals Ordensstifter bekannt war, machte sich dadurch in denAugen der Regierung strafbar, daß er als Professor der phi-losophischen Geschichte zn seinen Berufsarbeiten Bayleshistorisches Wörterbuch verlangte. Man verweigerteihm dieses, empfahl ihm dafür die elende Scharteke desAugsburgcr Krämers Zabuesnek, forderte von ihm beyversammeltem akademischen Senate mrd offenen Thüren dieAblegung des katholischen Glaubensbekenntnisses, und nö-thigte ihn zu Niederlegn»» seines Lehramtes.
Als sich Weishanpt hierauf nach Regensburgbegab, brach die Verfolgung über Fischer, kurfürstl. Rathund Stadtoberrichter zu Jngolstadt; über Freyherr« vonFrauenberg und Bibliothekar Drerel aus. Sie warenWeishaupts Freunde, und hatte» ihn zu R e g e n s b u r g