Geschichte der Jesuiten. 18 ;
hatte. Ein solcher Umstand war hinlänglich, ihn seinerStelle z» entsetzen.
Am >7. August 1785 erging an den Stadtmagistrat zuMünchen ein Kabinctsbcfehl des Inhalts: „Der innereStadtrath von Dell ing soll sich nicht nur über die knrfürstl.Verordnung i» Betreff des gewesenen Jugolstadtischen Stadt-vberrichters Fischer, seines ehemalige» Kostgebers, aufeine so sträfliche als ungebührliche Weise Herausgelaffen ha-ben, sondern auch verschiedene Millbillersche und W in-koppische Druckschriften an ihn eingelaufen, und aus sei-ner in mehr andere Hände kommunikationsweise gegangensey». Der Magistrat hac demnach diesen ohnehin sehr renom-mirccn Freygeist und Jlluminacen sogleich zur Verantwortunghierüber zu ziehen, und solche mit seinem Bericht förderlichanhcro zu senden." Delling wurde unterm 22. Aug. kon-stituirt, und gab nachstehendes zu Protokoll : „ So viel die
erste Beschuldigung, die mir zur Last gelegt wird, betrifft,daß ich nämlich über die Absetzung des gewesenen Stadtober-richters Fischer mich auf eine sträfliche und ungebührlicheWeise herausgelassen habe» soll, so weiß ich mich keines andernzu erinnern, als meine Verwunderung über eine so plötzlicheungnädigste Amotion bezeigt, und gesagt zu haben, wie es mirunbegreiflich wäre, daß besagter Stadtvberrichter Fischer,ein Mann, dessen Charakter mir durch zweyjährigen Umgangvon einer sehr schätzbaren Seite in vielen Fallen bekannt ge-worden sey, nunmehr Verbrechen solcher Art habe begehe»können, daß Se. Kurf. Durchlaucht sich genöthigt gesehenhaben, ihn mit einer der empfindlichsten Strafen, mit derEntsetzung seines Amtes zu bestrafen. Auf diese und keineandere Weise habe ich diesen Vorfall beurtheilt, niemals abermich eines Ausdrucks bedient, der eine Außerachtsetzung derEhrfurcht und des Respekts, welchen jeder treue und gehor-same Unterthan Sr. Kurf. Durchlaucht schuldig ist, hätteanzeigen, ja nur ahnden lassen können. Vielmehr habe ich,wenn von dieser Entsetzung die Rede war, öfters beygesetzt.