Geschichte der Jesuiten. rstz
lektvr im Rdmischkatholischen .Glauben unterrichten zulassen»
Freyherr von Kern, Vicekanffer der Landstande zuMünchen, einer der vortrefflichsten Männer, wurde alsJlluminat, durch PaSguille und mündliche Verleumdungen,der Aktenverumreuung beschuldigt. Er forderte hierauf daSgesammte Korps der Landsiände zur strengsten Untersuchungauf. Der Erfolg war, daß er öffentliche und gerichtlicheBeweise seiner Unschuld erhielt. Gleichwohl wurde er, beyerledigtem Kanzlcramte, worauf er den nächsten Anspruchhatte, durch heimliche Kabalen zurückgedrängt und auf eineunbedeutende Stelle verwiesen, mit der angehängten Dro-hung, daß ihm auch diese genommen werden soll, wenn ersich noch ferner des Illuminalismus verdächtig machensollte.
Freyherr vonLöwenthal, Regierungskanzler, Schul-inspektor Bermiller, Regierungsregistraror Graf, alledrey in Amberg, wurden ohne gerichtliche Untersuchung,bloß des Jlluminatisnius wegen, ihrer Amter entsetzt undaus A mberg weggeschafft. Das gleiche Schicksal traf denRegierungsrath von Triva in Landöhut, weil er mirdem Rosenkranz Scherz getrieben hatte. Freyherr vonBassus wurde, nachdem man seine in Baiern gelegeneGüter srqucstrirt hatte, aus Graubündten nach Mün-chen zur Verantwortung berufen, und, als er daselbst er-schien , sogleich bis zu Ansgang seines Processes mir Haus-arrest belegt. Die zur Untersuchung seiner Sache niederge-setzte Kommission fand ihn unschuldig. Gleichwohl erfolgteaus dem geheimen Kabinet der höchste Befehl, daß er zwarin seine Güter wieder eingesetzt werde, jedoch aber den Kam-merherrnschlüsscl ausliefern und bey höchster Ungnade daSHoflagcr in München für immer vermeiden soll.
Dergleichen Urtheilssprüche, nebst einer Menge Ver«haflnehmungen, Dienstentsetznngen und heimlicher Inquist-