224 Cechszehntes Buch.
als eine von den oben beschriebenen bösen Fehlem ganz stroz-zcnde Schrift, insbesondere aber als eine wahre am heil.Sruhle, an den Römischen Päpsten, an katholischen Lan-deöfürsten und ihren Gerichtssicllcn und Ministern sich ver-greifende Schmähschrift, und verbieten »nter den so wohlbürgerlichen als kanonischen in den Verordnungen ihrer Vor-fahren festgesetzte» Strafen, dieselbe zu behalten, auszu-streuen rc."
Neuntes Kapitel.
Rebellion in den Lestreichifchcn Niederlanden. Was die Jesuitenfür eine» Antheil an derselbe» genommen haben. Sie suchenihren Orden in Brabant und Flandern wieder herzustellen.Villegas d'Estaimbourg übergiebt den svuverainen Stän-den ein Memorial zu Gunsten der Jesuiten.
Verfasser der Schleichschristen, welche sich erdreisten,in so genannten Warnungen an die Fürsten der Aufklärungund Philosophie die Umstürznng der Thronen aufzubürden,hüteten sich sehr weislich, der Niederländischen Rebel-lion mit irgend einem Worte zu erwähnen. Aber eben ausdiesem Stillschweigen offenbarte sich ihr unredlicher Tartü-fengeist. Sie wollten nur die Philosophie, aber nicht de»Fanatismus, nur die Freyheit der Völker, aber nicht denDespotismus wüthender Priester verdammen. Wenn manin Frankreich allgemeine Religionsduldzmg einführt, unddas Priesterthum durch Eide an bürgerliche Verhältnisse ge-wöhnt, so schreyt man über freche Eingriffe in dasHeilig-thum der Religion; und wenn in Belgien fanatischeMönche das Volk zum Aufstand gegen den Souverai» an-reizen, so nennt man dies erlaubte Nothwehre. Man ver-dammte die Franzosen, welche ihren Monarchen als dasHaupt des Reichs anerkannten, «nd sich eine monarchische