Band 
Vierter Bnad.
Seite
253
JPEG-Download
 

-5Z

Geschichte der Jesuiten.

uns nichts hindern, zu behaupten, daß alle ungerechte Be-sltznehmungen erlaubt und gerecht seyen. Wer sieht es abernicht ein, wie abscheulich solche Schlußfolgen waren? Es"folgt also daraus, daß die Jesuiten, da das Breve nichtig,und die Besitznehmungen ihrer Güter auffallend' und unge-recht war, auf eine ungerechte Weise aus ihren Häusern ver-stoßen worden; und da beyde Ungerechtigkeiten notorisch sind,so ist es eine unvermeidliche Pflicht, sie i» beydes wiedereinzusetzen, wenigstens in Ansehung derjenigen Güter, dienoch nicht verkauft, zerstreut und veräußert sind."

„Aber Pins VI. schweigt, wendet man ein? Ach!Wenn er sich nicht entschließen kann, das Breve seines Vor-gängers wirklich zu verdammen, so wird er um so wenigernoch durch eine dogmatische Bulle entscheiden können, daßjenes Breve durchaus nichts wider den Glauben, wider dieguten Sitten und wider die geheiligtsten Rechte enthalte.Er schweigt? — Allein wenn er, durch den Familienver-trag deö Lonrbo irischen Hauses unterjocht, bishersäumte, die Jesuiten feyerlich wieder herzustellen, so geschahdieses nicht deswegen, als wünschte er es nicht mit heiße-stem Verlangen. Man weiß, was er hierüber mündlich ge-sprochen hat. „ Man hat, sagt er, .durch die Unterdrückungder Jesuiten alles zerstört; die Säule, die niedergeworfenwurde, war noch die Hauptstütze des heil. Stuhles; bey-nahe alles, was in diesen finstern Zeiten für die Vertheidi-gung der Kirche in Italien, Deutschland, Frank-reich und in den Niederlanden zum Vorschein kam,floß aus den Federn dieser Eiferer **).« Er verlangt nicht

*) Wer die Geschichte des Einser Kongresses und die Nmijiatur«sireitigkcite» kennt, wird nun wohl begreifen, wie wenig auchauS dieser einzigen Rücksicht die Exiesuile» sich um die DeutscheKirche verdient gemacht haben. Der Papst hat wohl Recht, ihreBemühungen zu loben; aber höchst unrecht hat er, de» Römi-schen Hof, die Kirche oder den heil. Stuhl, und seine -»flehten,das katholische Christenthum in nennen.