Geschichte der Jesuiten. 261
zweckmäßigen Verwahrnngsmittels wider allemodernen Staats- und Religionsgefahren»achdrucksamst annehmen, und denselben nach vorläufig hin-länglicher Ueberlegnng und Verathschlagung bey höchsterStelle mit Ihrem ganzen Ansehen und Beykritte zu incammi«niren und unterstützen helfen wollten.
*) Wie erbärmlich elend müßte eS um die StaatSrcgierungskunststehen, wenn ei» Regent, um Staat und Religion vor Gefahrenzu retten, kein anders Mittel mehr in seiner Klugheit, in seinerMacht oder in feinem Ansehen hätte, als OrdenSleutc zu Hülfezu rufen, die, wenn man den historischen Wahrheiten nicht ge,radehiu widersprechen will, fast beständig fort Staat und Kirchein Gefahr brachte» nnd beunruhigten l Aber Leuten, welche inder Geschichte höchst unwissend sind, und auch dasjenige, wasbey ihre» Lebenszeiten in andern benachbarten Staaten vorgeht,keiner Aufmerksamkeit würdigen, begegnet eS gemeiniglich, lä-cherliche Armseligkeiten zu behaupten. Denn auch nur ein nach-lässiger Blick auf den dermaligen Zustand Europäischer Reichekonnte Deutlich genug bemerken, daß jener Staat nicht deswe-gen, weil die Jesuiten keine Existenz darin haben, unglücklichoder von Gefahren umrnngeu, und dieser nicht deswegen glück-lich und gesichert sey, weil die Jesuiten darin in Ansehen stehen.Oestreich hatte in einem Zeiträume von ;c> Jahre», so langenämlich die Jesuiten ihre» Einfluß auf die Regierung verloren,nichts an dem Glänze der Monarchie eingebüßt; vielmehr hättedieselbe durch die von Joseph ll. veranstaltete Reformationum vieles glücklicher und blühender werden können. Frie-drich II., der ein Ecjphikosoph war, dergleichen eS wenigegiebt, hat seine Staaten so weise und so glücklich regiert, daßdie Jesuiten wohl schwerlich einen von ihnen beherrschten Mo-narchen werden ausweisen können, der seine Unterthanen eben soglücklich und so zufrieden, wie dieser berühmte Monarch, machte.Preußen wimmelte zu Friedrichs Zeiten von Aufklärernund Philosophen, und war ruhig. Und in Daiern sollteStaat und Kirche von diesen Leuten beunruhigt werden können?Man sieht es, daß der Verfasser aus Unwissenheit Disigebehauptet, au die ein gesund denkender Mann gar nicht denke«kann.