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Sechzehntes Buch.
schon hinlänglich gegründete, sohin unumstößliche und un-läugbarc Wahrheit. Denn wenn man annimmt, wie manvernünftiger Weise auch qnnehmen muß, daß die großen Her-ren allen ihren erhabensten Ruhm, Ansehn und Wohlstandhienicden pur auf die Glückseligkeit ihrer sämmtliche» Unterethanen einzeln und gestimmt gründen muffen, so würde mandenselben gar kein schmeichelhaftes Kompliment machen,wenn man schlechterdings glauben und behaupten wollte, daßsie ihr selbst eigenes Interesse so sehr verkennen, und die all-gemeine Staatsrbohlfahrt nicht jederzeit zum ersten und sür-nehmsten Gegenstand ihrer Aufmerksamkeit und Sorgfalt ma-chen sollten. Geschieht es demungeachtet zuweilen dennoch,daß ste diesen allerwichtigsten Haupt- und Endzweck mehroder weniger außer Acht lassen, so sind gewiß niemals sie,sondern allezeit ihre bösen, vielfältig von ihnen theuer genugbezahlten Rathgcber, die entweder aus Einsichtsmangel, oderaus Befangenheit, oder wohl gar aus unersättlicher Gewinn-sucht und Bosheit, es mit dem Staate und seinem Regentennicht gut meynen, und von denen sich öfters der allerweisesteund klügste Herrscher nicht immer befreven kann, unstreitigSchuld daran Ein vorzügliches Beyspiel der erhabensten
*) Nach solchen Grundsätzen find zu allen Zeiten verständige Mini- ,ster in den Auge» der Jesuiten Dummköpft, und redliche alsBetrüger gescholten worden. Ein Herzog von Alba, welcherviele tausend Menschen in den Spanischen Niederlandenmartern und hinrichten liest, ist ihn«, eiu theurer Mann, undPombal wird ewig von ihnen verflucht. Louvois, welcherdie Hugcnolcn in Frankreich durch Dragoner in die Messejagen best, heißt bey den Jesuiten ein Held, und Choiseulein Auswurf des Menschengeschlechts. Die Frauen von Mvn-tespan und Maintenon, welche unter Ludwig XlV. mitden Jesuiten de la Chaise und le Teil, er gememschafthchFrankreich regierten, find in den Augen dieser Vater ehrbareFrauen, und Madame Pompadour, die das Gleiche aberohne Deyziehuug der Jesuiten that, muß eine ausgeschämteMetze, seyn. C» wenig sie die Günstlinge der Könige schonen,