Band 
Vierter Bnad.
Seite
306
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go6 Sechzehntes Buch.

Gott; immer bestrebt sie sich, Gott angenehm und gefälligzu handeln, und eben deswegen thut sie jedem Nebenmen-schcn Gutes, weil ihr großer Grundsatz beständig dieser ist;Liebe Gott über Alles, und deinen Nächsten wie dich selbst."

„Welche Antriebe giebt aber die Philosophie und diePolitik ihren Sekten? Nicht Gott, nicht den Nächsten, son-dern bloß allein das -- Sein selbst. Mache dichglücklich, so viel möglich, ist der Grundsatz dieserSekten, denn — dieß ist die Bestimmung, welchedir die Natur gegeben hat. Von Gott ist da dieRede nicht. Wie käme auch Gott mit der Politik zusam-men ? — Also richtet nun jeder Scktengenvsse sein einzi-ges Augenmerk auf sich, und auf alle Dinge außer sich,von deren Besitz er die Beförderung sciner Glückseligkeit,das heißt in seiner Sprache: die Erfüllung seiner Bestim-mung erwartet. Also erweckt er nun jeden Wunsch in seinemHerzen, und jede Begierde. Er laßt allen seinen Leidenschaf-ten freyen Lauf, weil er bey jeder Ersättigung derselben einenmerkbaren Zuwachs seiner Glückseligkeit verspürt. Etsieht, daß er oft mit Andern gleiche Wünsche hegt; sogleichsagt ihm seine Sektenlehre: Dn bist dir selbst derNächste; also bemächtige dich dessen, was dirder Andere entziehe» will. Er fühlt Stolz undHerrschbegicrde in sich, sogleich entschließt er sich, Andereverächtlich zu behandeln, sie um ihr Ansetzn zu bringen, siezu unterdrücken, sie von sich abhängig zu machen; und ermüßte nur den allerhöchsten Grad eines äußerst gefühlvollenHerzens besitzen (aber dieses Gefühl stumpft sich durch denobigen Grundsatz immer mehr und mehr ab) » wenn es beysolchen lebhaften Reitzungen seines Stolzes nicht oft auch sehrböse Mittel ergriffe, nämlich: Verleumdung, üble Nachrede,Betrug, Hencheley, Lügen u. dgl. Er bemerkt, daß er diewenigsten Dinge durch sich allein erhalten kann, und daß erfremde Beyhülfe nöthig hat» Also sucht er Andere in seinInteresse zu ziehen, Aber wie? Immer nur nach der