Band 
Vierter Bnad.
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Geschichte der Jesuiten. z^z

die Jesuiten nicht anders, als wenn Satan ihr Stifter undLehrmeister gewesen wäre. Aber dieser Kunstgriff ist wirklichzu plump; den» schon die lange Eristenz, das allgemeine An-sehn und Vertrauen, welches der Jesuitenorden genossen hat,widerlegt ihre abgeschmackten Lästerungen — oder haben dieseSektengenossen die Unverschämtheit, ganze Jahrhunderte fürdumm zu erklären, und nur sich für weise ? Haben sie jcueFrüchte nützlicher Bemühungen auszuweisen, wie der Jesui-t>norden in allen Europäischen Ländern? Und ist es nichtvielmehr »uwidersprechlich wahr, daß diese neuen Sekte» inder kurzen Ae:r ihres Daseyns mehr Unheil, Bosheit und Gott-losigkeit verübt haben, als der Jesuitenorden und alle übrigeMönchsorden zusammen von Anbeginn ihrer Eristenz? " ^

„Nicht bloß allein die Geschichte beweiset dieß durch diezahlreichsten und unlaugbarsten Thatsachen, sondern der Be-weis liegt auch noch augenscheinlicher in der Natur der Dingeund in der Grundverfaffung der Orden selbst. Die geistlichenOrden sind doch alle eigentlich auf den Grundstein der Reli-gion erbaut; die neuern Sekten hingegen auf die Pfeilerder Philosophie und der Politik. Man weiß allerdings, daßReligionsgefühl in Fanatismus ausarten, und daß die feinstePolitik, und selbst jede Schurkheit, sich unter den Mantelder Religion verstecken kann, und sich auch oft versteckt hat.Aber diese Falle sind die allerseltensten gegen jene, wo reli-giöse Gewissensaiigstlichkeit, sanfte Herzenseinfalt, begeisterteGvtteslicbe von einer, und wahre, reine, auf die lauterste»Grundsätze einer thätigen Moralität gebaute Religion aufder andern Seite die ausgcbreitetcste Ehrlichkeit, Aufrich-tigkeit, Nächstenliebe, Wohlthätigkeit, Sittsamkrit, Treue,Gehorsam, und mit einem Worte, die edelste Tugend untervielen Millionen Menschen befördert hat, und bis heute nochbefördert. Kein vernünftiger Mensch hat es noch lauguenkönnen, daß die Religion überhaupt der stärkste Antrieb unddie fruchtbarste Ouelle aller Tugenden, und folglich allesMenschenglucks ist. Ucbcrall richtet sie ihr Augenmerk aufEesch. r>. 2es. IV. Vd. 20