Buch 
1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
Entstehung
Seite
3
JPEG-Download
 

3

Die gelben, fast kugelrunden Blüthenköpfchen stehen an den ab-stehenden Aesten in zahlreichen, einseitigen, wenigblüthigen Traubenauf kurzen nickenden Blüthenstielchen, die gelben Blüthchen stehen aufeinem mit langen Borsten besetzten Blüthenboden.

Alle Theile dieser Pflanze haben einen eigenthümlichen starken Ge-ruch , und einen ausnehmend bittern und gewürzhaften Geschmack.

Man sammelt sowohl das Kraut, alS auch die Blüthentheile (8um-

inilateL -ib>Lintl>ii).

Der Wermuth enthält ein sehr kräftiges ätherisches Oel. Nach H a-gen und Dvrffurt erhält man aus Lv Pfunden trocknen Krauts i,z> bis 2 Unzen ätherisches Oel von brauner Farbe. An wäßrigem Er«tract giebt der Wermuth beinahe den dritten Theil seines Gewichts.Wieg mann erhielt von dem jungen saftigen Kraute aus einem Pfun-de fünf Unzen Ertract, aus dem obern fast blühenden Theile nicht vierUnzen, aber weit bitterer, und vom Pfunde über zwei Scrupel Oel.

Die Bestandtheile des Wermnths sind ein bitterer Extraktivstoff,freie Essigsäure, essigsaures Kali, salzsaures und schwefelsaures Kali,-schwefelsaure Talkerde, grünes Harz, ätherisches Oel und Pflanzenfaser.Die Asche enthält viel Kali, sonst unter der Benennung Wermuthsalz(8sl ^tzrintbii) berühmt. Die Arzneikräfte des Wermnths scheinennicht allein in den ätherisch-öligen, sondern auch großentheils in denbittern Bestandtheilen zu liegen; er wird daher zweckmäßig in gelinderAbkochung oder Jnfusum, am besten in einem halbweinigen Aufgusse,seltner in Pulverform, als stärkendes und reizendes, die unterdrückteThätigkeit des Magens hebendes Mittel, auch als Wurmmittel verord-net; auch findet er äußerlich, als zertheilendes Heilmittel zu Kränter-kiffen Anwendung; ferner dient er zur Bereitung der Tinctur, des Er-tracts u. s. w.

Essig.

Wird in eigenen Fabriken ans verschiedenen rveinigen

Flüssigkeiten durch die saure Gahrung bereitet.

Eine saure gelbliche Flüssigkeit von eigenthümlichem Gerüche,Essigsäure und noch andere Stoffe aus dem Wasser und denbei der Bereitung angewandten vegetabilischen Materien enthal-tend. Er enthalte so viel Säure, daß zwei Unzen hinreichen,um eine Drachme kohlensaures Kali vollständig zu sättigen. EineVerfälschung mit Schwefelsäure wird durch eine zu reichlich her-vorgebrachte Niederschlagung des salpetersaurcn Baryts erkannt;noch genauer aber erkennt man dieselbe, falls es nöthig seynsollte, wenn der bis zur Honigdicke verdampfte Essig der De-stillation unterworfen, und das Destillat mit schwefelwasserstoff-

1 *