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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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^cetum

haltigem Wasser vermischt wird, wo eine schweflige Säure anzei-gende Trübung Spuren von Schwefelsäure verräth. Verfälschungmit scharfen Stoffen, durch das scharfe Princip verschiedener M-getabilien bewirkt, wird, nach der Neutralisation durch Kali oderNatron, leicht durch den Geschmack entdeckt. Metallbeimischungenwerden durch schweftlwafferstvffhaltiges Wasser und durch blausau-res Eisenkali erforscht.

Der Essig war den ältesten Völkern bekannt; scholt Moses erwähntdesselben.

Der Essig ist ein Product der sauren Währung- welcher zwar gewöhn-lich, jedoch nicht immer, die geistige Währung vorausgeht, obgleich man eineZeitlang, durch Boerhaave veranlaßt (LIement. Lkninise. Istp. 180), dies als nothwendig angenommen hatte. Das Sauerwerden derGurken, des Kopfkohls (Sauerkraut) u. s. w. erfolgt- ohne daß eine Erzeu-gung von Weingeist vorausginge.

Hinsichtlich der Erzeugung des Essigs wußte man lange, daß weintge-jedoch an Weingeist arme Flüssigkeiten eine große Neigung haben- in die saureWährung überzugeben, und daß die Umwandlung derselben in Essig beschleu-nigt werde, wenn man sie einer Temperatur von 20 Z5° R., und gleich-zeitig dem Einflüsse der atmosphärischen Luft aussetzte. Auch hatte man sichüberzeugt, daß z. B. in dem Weine nur der Weingeist sich in Essig ver-wandele, welches man durch die Annähme zu erklären suchte, daß der AlkoholSauerstoff aufnehme und dadurch gesäuert werde, was in der That der Fallist. Zedoch konnte man von der Ursache dieser Erscheinung, also davon, wasden Alkohol bestimme, Sauerstoff in sich aufzunehmen und sich zu einerSäure umzubilden, keine Erklärung geben. Daß in dem Processe der Wäh-rung eine besondere Thätigkeit, durch eine unbekannte Kraft hervorgerufen,herrsche, erkannte man deutlich, als man fand , daß reiner Weingeist mitreinem Wassert» solchen Verhältnissen gemischt, welche den zur Säuerunggeneigten Weinen entsprechen, unter den für die Währung günstigen Um-standen, nicht in die Essigsäure übergehe, und daß durch andere Stoffe,j. B. Ferment, erst die Bedingungen zu dieser eigenthümlichen Thätigkeitgegeben werden müssen. Welche Kraft aber hier walte, und von welcherArt der Proceß der Essiggährung, oder der Währung überhaupt, sey, dieseFrage ist auch wohl jetzt noch nicht mit Gewißheit zu beantworten, sondernnur als wahrscheinlich können wir annehmen, daß auch hier die Elektricitätwirksam sey. (Vergl. Vinum.)

D ob e rein er hatte schon langst vermüthet, daß bei der Cssiggährungein positiv - elektrischer Zustand des Weingeistes diesen zür Säuerung (zurAufnahme des negativ-elektrischen Sauerstoffes) bestimme, daß also positivelnnd gleichzeitig negative) Elektricität die erste Ursache der Essiggährungseyn möge.