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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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z. W. Branntwein mit Wasser verdünnt und mit Essig vermischt, zäh-len viel langsamer äls trübe.

Guter Essig muß vollkommen klar und durchsichtig und nur leichthellgelb, nicht dunkel, gefärbt seyn, einen mäßig sauren Geschmack besitzen,und zwischen den Händen gerieben, einen angenehm geistigsauren Geruchentwickeln. Zst der Essig reich an Säure und vollkommen klar, so erhälter sich an einem kühlen Orte lange, ohne zu verderben; ist er dieses abernicht, so wird er kahmig und verdirbt, so daß er sich in Fäden ziehen läßt,nach und nach alle seine Säure verliert und endlich in Fäulniß übergeht.

Um diesem Verderben Einhalt zu thun, muß der trübe Essig von Zeitzu Zeit vollkommen klar auf andere Fässer abgezogen, oder wenn er sich vonselbst nicht klären will, mit Hausenblase geschönt werde». Der schon imVerderben begriffene Essig kaun dadurch gerettet werden, daß man ihn einigeMinuten kochen läßt, und zweckmäßig schreibt hier die kUarwacopoea smo-rivLn», UM das Ncetum purikcatum zu bereiten, vor, den Essig mitfrisch ausgeglühtem Kohlenpulver zu kochen, abzuschäumen, durch doppelteLeinwand zu coliren, und nachher durch Filtriren und Äbsetzenlaffen von demBodensätze zu trennen. Der schwache und säurcarme Essig kann auchdadurch verstärkt werden, daß man etwas Branntwein und Weinstein zusetzt,ihn 68 Wochen lang im Keller liegen läßt, und hierauf ihn auf einremes Faß klar abzieht. Nicht unpassend vergleicht Dvbereiner denungesotkenen Essig mit dem Magen der Thiere: immerfort sucht er neueNahrung, nämlich Weingeist, und wenn man ihm diesen reicht, so verzehrter ihn und verwandelt ihn ebenfalls in Essig; läßt man ihn aber hungern, sostirbt er nach und nach gleich einem Thiere ab, und gebt in Fänlniß über.

Die Stärke des Essigs wird darnach bestimmt, daß zwei Unzen des-selben eine Drachme Kali sättigen. Diese erfoderliche Stärke kann ihmgber durch Zusatz einer andern Säure ertheilt worden seyn, und ein Zusatzvoii Schwefelsäure wird leicht an der Trübung und dem Niederschlageerkannt werden, die salpetersaurer oder salzsaurer Baryt hervorbringt, in-dem der Baryt mit der etwa vorhandenen Schwefelsäure verbunden, alsauch in zugesetzter Salpetersäure unauflöslicher Schwerspatherscheinen wird.

Von dem essigsauren Bleioryd muß der Essig nicht bedeutend ge-trübt werden, auch der sich zeigende Niederschlag in einigen TropfenSalpetersäure leicht auflöslich seyn, in welchem Falle der Niederschlagweinsteinsanres und äxfelsaures Bleioryd war, Säuren, die wohl im-mer in dem rohen Essig enthalten sind; bleibt aber der Niederschlag»»aufgelöst, so war schwefelsaures Bleioryd erzeugt worden. Er kannaber auch von Salzsäure, die in Essig enthalten war, herrühren, unddie Gegenwart dieser Säure wird noch besonders nachgewiesen durch denweißen käsigen Niederschlag, welcher durch schwefelsaures und salpeler-saures Silber, Hornsilber, erzeugt wird.

Das als noch genauere Probe auf Schwefelsäure angegebene Verfahren,den bis zur Honigdickc verdampften Essig der Destillation zu unterwerfen.