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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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11
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^eI6,im nitr-ioum ci'uäum. 8xil'!iu5 rntl-1. ^<;uakoi-tis. Rohe Salpetersäure. Scheidewasser.

Ein Präparat chemischer Fabriken aus dem salpetersauren Kalidurch zugesetzte Schwefelsaure oder geröstetes schwefelsauresEisen.

Eine saure, farblose oder gelbliche, ätzende Flüssigkeit von eigen-thümlichem Gerüche, außer der Salpetersäure gemeiniglich nochsalpetrige und Salzsäure, seltener Schwefelsäure enthaltend.Specifisches Gewicht 1,2001,300-

Die Araber scheinen zuerst die Kunst erfunden zu haben, aus dem Sal-peter die Säure abzuscheiden. Nach Andern ist sie von Raimund Luliim Jahre 1225 entdeckt worden. BasiliusValentinus lehrte sie anSdem Salpeter durch Eisenvitriol, Glaub er durch Schwefelsäure bereiten.

In den Fabriken wird auch jetzt noch das Scheidewaffer aus deinSalpeter großentheils durch Eisenvitriol ausgeschieden. Das Kali desSalpeters verbindet sich hiebei mit der Schwefelsäure des Vitriols zuschwefelsaurem Kali und die Salpetersäure mit dem Eisenoryd zn salpe-tersanrem Eisenoryd, ,von welchem die Säure bei höherer Temperaturleicht wieder getrennt werden kann. Die Destillation geschieht in großeneisernen Retorten, die inwendig mit einer dicken Kruste von rothem Ei-senoryd überzogen werden, damit sie die Säure nicht auflöse. Die Sal-petersäure wird in großen Glasgefäßen aufgefangen, in welche manWasser gegossen hat. Durch die Hitze wird ein großer Theil der Saurezerlegt, und durch die dabei gebildete salpetrige Saure das Glas blut-roth gefärbt. Die salpetrige Säure wird aber nachher in Wasser ausge-lost und saugt auch den größten Theil des vorher bei der Zersetzung derSalpetersäure entwickelten Sauerstoffgases wieder auf.

Da der hierzu verwandte Salpeter stets Kochsalz enthält, so ist auchdie gewonnene Säure mehr oder weniger salzsäurehaltig. Das Vorhan-denseyn der salpetrigen Säure ist durch das vorhin Angeführte erklärt;Schwefelsäure wird nur dann das Scheidewasser verunreinigen, wennbei einem zu großen Verhältnisse der Schwefelsaure oder des schwefel-sauren Eisens ein solcher Hitzegrad angewendet worden, daß auch dieseschwer flüchtige Säure übergetrieben wurde.

Wie diese zu technischen Zwecken brauchbare Salpetersäure auch zumpharmaceutischen Gebrauche geeignet dargestellt werden kann, wird imLlen Theile angegeben werden.

^oiäiim p^ro-1igno8iim er-uckum. Rohe Holzsäure.

Wird in chemischen Fabriken aus verschiedenen, vvrzüglich denhärtern Holzarten durch trockne Destillation bereitet.