Buch 
1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
Entstehung
Seite
24
JPEG-Download
 

24 ^.eonitrun

das auS dem frischen Kraute zu bereitende Crtract auf dem Wege desHandels zu beziehen, was auch seinen Nachtheil haben möchte.

Bis jetzt ist nur das in Gärten cultivirte Kraut in Gebrauch gezogenworden, und Wieg mann bemerkt in dieser Hinsicht aus dem reichenSchatze seiner Erfahrung, daß ein feuchter, thonhaltiger, mergelartigerBoden, und ein sehr beschatteter Standort sich am besten für das Aco-nitum zu eignen scheine, verlangt jedoch auch ausdrücklich, gegen diebisherige Gewohnheit das Kraut vor der Blüthe einzusammeln, daß esmit Stengel und Blume eingesammelt werden solle.

Von allen Aconitum-Pflanzen scheint das -i. dleomont-num die gif-tigste, zugleich aber auch die heilsamste zu seyn, es ist die einzige, überderen Wirksamkeit man sichere Beobachtungen ausgezeichnet findet, und es istdiejenige, welche Störck in die Heilkunde eingeführt hat, und auch inunsern Gärten cultivirt wird. Alle Theile derselben, vorzüglich aber Blätterund Wurzel, besitzen eine außerordentliche Schärfe.

Bucholz (Taschenbuch für I8lr. S. 117.) hat das -iconitum me-ckium Scürsseri analysirt. Durch Destillation mit Wasser wurde wederÄtherisches Oel, noch Säure, noch Ammoniak erhalten. 20 Unzen frischesKraut, die mit 12 Unzen destillirten Wassers zerquetscht wurden, verur-sachten durch die Ausdünstungen heftiges Kopfweh, Schwindel, Zittern undRückenschmerzen. Der durch Kneten mit Wasser sich abscheidende feinpul-verige grüne Stoff wurde gesammelt, der Saft zum Sieden, und dadurchdas Eiweiß zum Gerinnen gebracht. Das durch Abdampfen erhaltene Er-tracNvurde durch Weingeist zerlegt. Das rückständige Kraut mit Weingeistausgezogen, gab ein grasgrünes Harzwachs, das sich beim Erkalten aus-schied , und wahrscheinlich den Ueberzug der Blätter bildete. 2« Unzen fri-sches Kraut enthalten hiernach: wäßrige und flüchtige Bestandtheile > 6 Unzen6 Drachmen; Faserstoff 1 U. 5 Dr.; grünes Harzwachs t Dr. 5» Gr.;Pflanzeneiweiß r Dr. 55 Gr.; Ertractivstoffmit zerfließlichen Salzen 4 Dr.so Gr.; gummosen Stoff 6 Dr.; ävfelsauren und citronensauren Kalk1 Dr. 55 Gr. 8. 20 Unzen 2 Drachmen zo Gran.

Später will Peschier (Trvmmsd, N. I. V. 1. S- 84.) eine eigen-thümliche Säure und ein eigenthümliches Alkaloid gefunden haben. DieSäure soll in Dodekaedern mit kugelförmigen Flächen, das Alkaloid körnigkrystallisiren, jene mit den Alkalien krpstallisirbare Salze geben. Tr 0 mms-dorff (dessenN. I. VII. 1. S. 25.) fand, daß ein aus einem eingetrock-neten Aconitertract krystallisirtes Salz neutraler äpfelsaurer oder vielmehrvogelbeersaurer Kalk war; von Peschier's eigenthümlicher Säure konnteer nichts finden. Auch Braconnot erklärt die im Eisenhut das Kaliund den Kalk sättigende Säure für die mit der Vogelbeersäure identischeAepfclsäure, wogegen Bauquelin einen großen Theil Citronensäure er-hielt. Trommsdorff (N. I. VIII. 1. S. 266.) bezeugte später, daßdie von Peschier an ihn gesandte Probe von dessen neuer Säure ver-schieden von Aepfelsäurs sey.