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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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^äsxs suillus 25

Auch Brandes (Berl. Iahrb. XXI. S. 462.) erklärt die scharfeund giftige Substanz im Sturmhut für ein Alkalvid.

Der Sturmhut wirkt kräftig reizend auf das Nerven- und Gefäß-system, besonders auf das Gehirn. Nach S t ö r ck's Versuchen beförderter die Schnelligkeit des Blutumlaufs, vermehrt folglich auch die Haut-ausdünstung. Er wird bet chronischen Rheumatismen, Gicht, veralte-ter Syphilis u. s. w. angewandt und zwar in Pulverform, zweckmäßi-ger aber in dem eingedickten Safte; auch in der Tinctur.

Als Gegengift werden die Pflanzensäuren, Essig-, Cilronensäure ».s. w. empfohlen.

H.6sp8 suillus. Schweineschmalz.

Lus Lonoks. 1-inn.

Es werde nur gut ausgewaschen angewendet.

8u5 Seros« l.,'nn. Gemeines Schwein.

Abbild. Brandt und Ratzeburg Getreue Darst. Heft III. Taf. i t.

Das Schwein, zur Classe der Säugethiere (lVI-mmsliL), zur Ordnungder Vielhufer Mullungul«) und zur Familie der Borsienlhiere (SetiZer«)gehörig, liefert zweierlei Fett. Das weichere, Speck genannt, befindetsich unmittelbar unter der Haut, das andere festere liegt in der Näheder Rippen, der Eingeweide und der Nieren. Das letztere giebt nachdem Schmelzen das gebräuchliche Schweinefett oder Schweineschmalz.Die Nahrungsmittel, welche dem Thiere gegeben worden sind, habengroße» Einfluß sowohl auf die Güte des Fleisches, als des Fettes. DasFett besteht nach Wolff's Untersuchungen aus Klümpchen, die vonmehr oder weniger dicht gedrängten runden, durch dunklere Linien voneinander gesonderten, in einer halbflüssigen Masse liegenden Bläschenzusammengesetzt werden. Diese Bläschen zeigen bei verschiedenen Thie-ren eine verschiedene Größe, und sind beim Schweinefett am größten.

Aum Ausschmelzen schneide man das rohe Fett in kleine Würfel,bringe diese mit ein wenig Wasser in einem Kessel zum Kochen, wel-ches unter stetem Umrühren, osterm Ab - und Durchgießen des ansge-schmolzenen Fettes, und kleinen Ausätzen von frischem Wasser so langefortgesetzt wird, als das ausgeschiedene Fett noch weiß und klar ist, wo-bei man das Anbrennen des Fettes sorgfältig zu verhüten hat. DerRückstand kann durch ein reines leinenes Tuch ausgepreßt werden, umdas darin noch enthaltene Fett zu gewinnen.

Das Schweineschmalz ist weiß, körnig, von Salbencvnsistenz, besitzteinen eigenthümlichen Geruch und einen angenehmen Geschmack, undzerfließt zwischen den Fingern. Der Luft und dem Lichte ausgesetzt,wird es gelb, nimmt einen ranzigen Geruch und kratzenden Geschmackan, indem es Sauerstoff aus der Lust in seine Mischung aufnimmt,wodurch es unbrauchbar wird.