46
seidenartigem Filze bedeckt; zwei häutige, abfallende, behaarte, tief in2 — 5 schmale Apfel getheilte Nebenblätter stehen am Grunde jedesBlatts. Die blaß-purpurröthlichen, fleischfarbigen oder auch weißenBlüthen stehen in den obern Blattwinkeln in kleine Büschel vereinigt.Der Kelch ist doppelt, die Krone fünfblättrig. Die Frucht besteht ausvielen einsaamigen, nicht aufspringenden Kapseln oder Carxellen, diekreisförmig an einander gedrängt am Grunde des Griffels stehen, undvon dem stebenbleibenden Kelche umhüllt werden.
Die Pflanze blüht im Juli und August.
Das officinelle Kraut ist geruchlos, der Geschmack desselben ist schleimigund etwas bitter. Es wird als erweichendes Mittel, jedoch selten, ge-braucht; es enthält bedeutend weniger Schleim, als die Wurzel.
Auch die Blumen sind als Brustmittel angewandt worden.
kaäix. Eil'ischwurzel. Altheewurzel.
Die Wurzel nach dem Stengel aufwärts ästig, mit langen ,fast einfachen Aesten, von der Dicke des kleinen Fingers, außenbräunlich-grau, innen weiß, von schwachem Gerüche und süß-lichem Geschmacke. Sie kommt gemeiniglich von der äußernHaut befreit im Handel vor. Muß im Herbste gesammeltwerden.
Diese Wurzel soll nach Link (Schweigg. I. Xlil. S. 186. u. Trommsd.I. XXV. S. 5g8.) den Schleim in den Zellen in Form von kleinenKörnern, wie das Stärkemehl, enthalten, die man durch das Ver-größerungsglas erkennen könne, die durch Aufgießen von kaltem Wasserverschwinden, aber durch Auswaschen der klein zerschnittenen Wurzelnmit absolutem Alkohol eben so abgetrennt und für sich dargestellt werden,wie man die Stärke durch Auswaschen mit kaltem Wasser darstellt.Der milchige Alkohol setzte ein gelblichweißes, zartes, leichtes Pulverab, der Stärke im Aeußern bis auf die weniger weiße Farbe ganz ähn-lich, das, unter dem Vergrößerungsglase gesehen, aus lauter kleinendurchsichtigen Körnern von verschiedener Größe bestand, die kaltes Was-ser schleimig machten, aber auch in sehr vielem kalten Wasser sich beiweitem nicht, wohl aber in heißem, bloß mit Hinterlassung einer un-geformten Masse, auflösten, woraus Link schließt, daß diese Körnerzum Theil schon in den Austand der Stärke übergegangen seyen. P fafferklärt sie dagegen eher für Jnulin, als eine besondere Art des Stärke-mehls. In der weitern Analyse wurde die Wurzel mit Wasser gekocht,und die Abkochung zur Errractdicke abgeraucht, welches braun war, undeinen faden süßlichen Geschmack hatte. Absoluter Alkohol machte sogleicheinen Niederschlag, der zähe und elastisch war, und durch das Trocknennoch zäher und elastischer wurde. Was von Alkohol nicht aufgenommenwurde, löste sich bis auf einen sehr kleinen Rückstand, welcher eine