Blumen
49
ken, von süßlichem herben Geschmacke, in sechszehn bis zwanzigTheilen Wasser auflöslich. Besteht aus schwefelsaurer Alaunerde,schwefelsaurem Kali oder Ammoniak und einer großen MengeWasser. Er sey nicht gar zu sehr mit Eisen verunreinigt, undvon Kupfer ganz frei, welches sich, auf den Zusatz von atzenderAmmoniakflüssigkeit, durch die blaue Farbe verräth.
Der Alaun war nach Plinins schon den Alten bekannt; dochwissen wir, daß die Kunst der Bereitung kaum seit 5 Jahrhundertenvon der syrischen Stadt Rocca, welche früher Cdeffa hieß, nach Europaübergegangen (daher denn die nicht allgemein verstandene Benennungdes Alauns von Rocca), in Italien zuerst ausgeübt worden sey, underst später in Deutschland sich verbreitet habe. Um das.Jahr 1544 be-standen schon mehrere Alaunfabriken in Deutschland, von denen eine inSchwemsal noch vorhanden ist.
- Der Alaun kommt zwar auch natürlich vor, jedoch nur in sehr ge-ringer Menge, denn nur wenige mineralische Quellen und einige Seenin Toscana enthalten ihn fertig gebildet, daher wird bei weitem dermehrste Alaun durch die Kunst bereitet. Da nun dieses Salz besondersfür den technischen Gebrauch von großer Wichtigkeit ist, so hat es vieleUntersuchungen über die Bereitung und Zusammensetzung desselben ver-anlaßt.
Die häufigste künstliche Bereitung ist die aus dem sogenannte»Alaunstein, schwefelhaltigem Thon, welcher daS reinste Alaunerz ist,hauptsächlich aber derjenige von Tvlfo bei Civita Vecchia in Italien,dem kiesigen Thon, den man zu Schwemsal in Sachsen in einer Tiefevon in oder 12 Fuß findet, dem Alaunschiefer, welcher ein nicht be-ständiges Verhältniß Steinöl und Kies, die innig mit ihm verbundensind, enthält, dem vulcanischen Alaunerz, z. B. demjenigen zu Solfa-tara bei Neapel, und dem bituminösen Alaunerz, welche Schieferartsoviel ölige Materie oder Erdharz enthält, daß sie brennbar ist.
Diese Erze enthalten den Alaun nicht als solchen schon gebildet, son-dern nur die Elemente desselben: Schwefel und Alaunerdemetall. Damitnun das Erz an der Luft verwittere, d. h. Sauerstoff und Feuchtigkeit ausder Luft anziehe, und sich in schwefelsaure Alaunerde verwandle, ist es desbeigemischten Erdharzes wegen häufig nöthig, daß das Erz im Feuer ge-glühet werde, eine gewisse Zeit hindurch, von 2 bis 12 Monaten und län-ger, der Luft ausgesetzt bleibe, und von Zeit zu Zeit mit Wasser begossenwerde. Sobald die Erze gänzlich zerfallen find, werden fie ausgelaugt, dieFlüssigkeit auffrische geröstete Erze gebracht, bis sie eine spec.-Schwerevon 1,15 hat, und dann in bleiernen Pfannen bis auf 1,35 spec. Gewichtabgedampft. Da aber die schwefelsaure Thonerde an sich schwer krystallisir-bar ist, so muß der Lauge von solchen Erzen, die kein oder nicht genug Al-kali enthalten, etwas davon zugesetzt werden, entweder durch Zugießen vonD u t k'ü prenß. Pharmak. I. 4