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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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74
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selbe nicht immer wie das erster? angewendet werden kann, pnh mehrals Nahrungsmittel benutzt wird.

Die Stärke zeigte in ihrem reinsten Zustande folgende Eigenschaften:

1) Sie hat eine schöne weiße Farbe, zeigt unter dem Mikroskopeein körniges, einigermaßen krystallinisches Gefügt, unh knirscht zwischenden Fingern,

2 ) In kaltem Wasser löst sie sich nicht auf, zerfällt aber sehr baldzu einem Pulver, und bildet damit eine milchige Flüssigkeit. Mit ko-chendem Wasser verbindet sie sich zu einem dicken Breie, und hat als-dann einen schwachen eigenthümlichen Geruch; kalt geworden ähnelt die-ser Brei einer halb durchsichtigen Gallerte, hie bei gelinder Wärmegetrocknet spröde ist, und km Aeußern den Gummis ähnelt.

3) Der Alkohol zeigt selbst in der Wärme keine Wirkung auf die Stärke,

4) Eben so der Bether, die ätherischen und fetten Oele.

5) Die ätzenden Alkalien lösen die Stärke auf, und bilden damiteine Art von gallertartiger Seife, die im Alkohol auflöslich ist.

61 Mit den Auflösungen der metallischen Salze findet keine merk-liche Reaction statt. Trommsdvrsf (Taschenbuch §824. S. 2 g.) hatdas Verhalten des reinen Satzmeyls geprüft und gefunden, daß die Lö-sung desselben sich gegen viele, vielleicht alle metallischen, Salze sehr in-different verhält. Das salzsanre Platin, Zinn, Palladium, Eisenoxyd undKadmium, das salpetersqure Silber, Kobalt, Kupfer, Nickel, Zinn,Quecksilberorydul und Uran, das essigsaure Blei, weinsteinsaure Spieß-glanz und schwefelsaure Mangan erlitten dadurch gar keine Veränderung,und das salzsaure Gold wurde dadurch bloß schön gelb gefärbt.

7) Charakteristisch ist die Reaction der Stärkeauflösung mit Gall-äpfeltinctur; sie bildet mit derselben einen reichlichen weißflockigen Nie-derschlag ; bloßer Weingeist bewirkt keinen solchen Niederschlag.

8) Noch bezeichnender ist daS Verhalten des Jods gegen das Stärke-mehl. Die Auflösung wird nämlich dadurch indigblau, violett oder röthlichgefärbt, je nach dem Verhältniß, indem durch sehr geringe Mengen Jod dieletzteren Schattirungen hervorgerufen werden, bei nur etwas größerem Ver-hältniß des Jods aber stets die indigblaue Färbung erfolgt. Diese Färbungist so eigenthümlich, daß sich beide Stoffe gegenseitig als Reagentien dienen.Einige Tropfen Jodtinktur geben nämlich die geringste Menge Stärkemehlzu erkennen, und wenn eine Flüssigkeit, die ein bydriodsgures Salz enthält,mit wenig Stärkeauflösung vermischt, und etwas Salz- oder Salpetersäurezugesetzt wird, so entdeckt sich die geringste Spur Jod. Doch ist diese Ver-bindung nicht beständig, und im feuchten Zustande entweicht alles Jod mitdem Wasser, im trocknen Zustande verliert sie nur einen Theil des Jods.

91 Die zu Brei gekochte Stärke, einer feuchten Luft in mittlererTemperatur ausgesetzt, verliert bald ihre Festigkeit, nimmt einen saurenGeschmack an, und ihre Oberfläche überzieht sich mit Schimmel. Durchletztere Veränderung unterscheidet sich die Stärke vem Gummi.