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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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H.nZustur'Ä

eigentliche Princip des scharfen und zum Theil widrigen Geschmacks diesesRinde; 4) freie Weinsteinsäure; 5) mehrere Salze, namentlich salzs. undschwefelst Kali, Weinsteins. Kali, schwesels. Kalk; 6) Rindenfaserstoff.

Nach Brandes (Buchn. Repert. XIli. S. LK3.) soll sich das Bit-ter der Angustura in reiner Gestalt als eine Pflanzendasis darstellen lassen.Jedoch ist hierüber nichts Näheres bekannt geworden, auch ist es Pfasst(lVIat. mecl. VII. S. 73.) nicht gelungen, ein Alkaloid darzustellen. Erbefolgte dasselbe Verfahren, wie bei Darstellung des Chinins; bei Präcipi-tation der mit Zusatz von Schwefelsäure gemachten Auszüge entwickelte sichein starker Geruch nach Ammoniak, welcher das Daseyn eines ammoniaka-lischen Salzes in der Rinde anzeigte. Der mit dem gelbgefärbten Nieder-schlage digerirte Weingeist enthielt nun ein ungemein zähes klebriges Harz(Weichharz) von dunkelbrauner Farbe und scharfem noch etwas bitterm Ge-schmacke, welcher von dem vem Harze beigemischten Bitter herrührte, daer durch Essigsäure beinahe ganz ausgezogen werden konnte, wogegen dieEssigsäure die Bitterkeit annahm. Nach Absetzung des Harzes blieb einehöchst bitter schmeckende Flüssigkeit zurück, die alkalisch reagirte, aber nichtzur Krystallisation gebracht werden konnte. Sie war braun gefärbt, hataber die merkwürdige Eigenschaft, zur Trockne gebracht die schönste carmin-rvthe Farbe anzunehmen. Die den meisten übrigen Alkalviden gemeinschaft-liche Eigenschaft, den Galläpfelausguß reichlich niederzuschlagen, kommt ihrnicht zu; der gesättigte Aufguß und die Abkochung aber werden, wie dieder Chinarinden, vom Galläpfelausguß und vom Brechweinstein gefällt.

Auf den Gebrauch der Angusturarinve in der Abkochung wurden zuerstim Jahr I8ug zu Hamburg sehr üble Zufälle bemerkt, worauf der dortigeStadtphysikus Dr. Rambach den Auftrag erhielt, die Sache zu untersu-chen. Dieser unterschied zuerst zwei Hauptarten der Angusturarinde, näm-lich die ächte und die unächte. Beide fanden sich bei Materialisten sowohlals in den Apotheken miteinander gemengt, mußten erst sortirt wer-den. Neue Unglücksfälle, welche sich in Ungarn ereigneten, veranlaßten eineneue genauere Untersuchung von Seiten der medirinischen Facultät in Wien,als deren Resultat sich ergab, daß die unächte Angusturarinde zu den heftig-sten Pflanzen giften gehöre, indem ganz kleine Dosen derselben, nämlick inbis höchstens 2» Gran Pulver, gesunde und starke Hunde in wenigen Mi-nuten unter Cvnvnlsionen tödleten. Die Wirkungen sind Schwindel, Angst,Ermattung und ein unangenehmes Gefühl von Bewegungslosigkeit, Er-brechen , Fieber, Zittern und krampfhafte Zuckungen.

Diese unächte Angusturarinde, unter dem Namen der vstindischen, istderkrucea ksrrußlne-,, einem durch B ru c e gefundenen, in Abyssinien ein-heimischen, zu den Terebinthaceen gehörigen Strauche zugeschrieben worden.(Düffeld. Sammt, vffic. Pflnz. Lief. IX. Taf. 8. und Hayne Arzn. Gew.Bd. VIII. Taf. r4.) Die höchst giftigen Eigenschaften aber dieser falschenAngusturarinde, und die Ergebnisse der chemischen Zerlegungen, welche dieAnwesenheit eines narkotischen Alkaloids, des Brucins, eines dem Strpch-