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weichen sich abwechselnde/ schmale, lancettförmige Blätter befinden; dieuntern Stengelblätter sind oft ungleich fiederspaltig cingeschnitten. DieBlüthen stehen in langen Trauben an der Spitze des Stengels. Die Kelch-,blättchen sind blaßgrün, die Blumenblättchen weiß. Die Frucht ist ein ei-förmiges, durch den stehenbleibenden Griffel stachelspitziges Schötchen (8i-lieuls) mit gewöhnlich 4 braunen eiförmigen Saamen in jedem Fache.
Die frische Wurzel besitzt den scharfen flüchtigen Stoff, der allenCrüciferen, besonders aber dieser Gattung LocKI-ari» eigenthümlich ist,in sehr großer Menge, so daß sie die Haut stark röthet, und deshalbhäufig den Sinapismen zugesetzt wird. Sie muß frisch unter feuchtemSande im Keller aufbewahrt werden.
Beim Dcstilliren mit Wasser wird eine milchige Flüssigkeit erhalten,von dem durchdringenden Gerüche des Meerrettigs. EinhofffJourn.für Chemie, Physik rc. V. S. 565.1 erhielt von 2 Pfund Wurzeln 10Tropfen eines schweren ätherischen Oels von hellgelber Farbe und derConsistenz des Zimmtöls, Der Geruch desselben war unerträglich nachMeerrettig, sein Geschmack im Anfange süßlich, hinterließ aber eineäußerst brennende Schärfe. Das destillirte Wasser reagirte weder sauernoch alkalisch, wurde auch sonst von den gewöhnlichen Reagentien nichtverändert, außer von dem salpetersauren Silber und essigsaurem Blei,welche schwarze und braune Niederschlage hervorbrachten. Dieser Erfolgdeutet auf Schwefelgehalt, welcher durch Gutret (Crell's Annalen 92.II. S. 175. 24z. 579.) außer allen Zweifel gesetzt worden ist. Silberin abgezogenes Meerrettigwaffer gebracht, wird ganz schwarz, das De-stillat klärt sich auf, während zugleich ein gelblicher Bodensatz sich ab-setzt, der mit bläulicher Flamme brennt. (Vergl. 8inspir. Der Saamen.)
Das destillirte Wasser, sowie die Auflösung des Oels in Wasser verlie-ren an freier Luft ihren stechenden Geruch bald, und behalten bloß einenGeruch nach Steckrüben. In verschlossenen Gefäßen bleibt der Geruch un-verändert. Einh 0 ff hatte einen Theil des milchigen Wassers an einemkühlen Orte stehen lassen, es waren noch einige Tropfen Oel darin zurück-geblieben ; diese waren jetzt verschwunden, und es hatten sich in der Flüssig-keit kleine silberähnlich glänzende Spießchen gebildet, die auch getrocknet denGeruch nach Meerrettig behielten, einen Reiz im Schlunde erregten, undauf einem Löffel über einer Lichtflamme gehalten, flüssig wurden, zuerst ei-nen starken Geruch nach Meerrettig, dann nach Pfeffermünzöl und endlichnach Campher ausstießen, und zuletzt ganz verflüchtigt wurden.
Nach Gutret's Versuchen kommt dem flüchtigen Princip die Eigen-schaft zu, das Silber zu schwärzen, denn sowie es diese Verbindung ein-ging, verschwand der eigenthümliche Meerrettiggeruch, und ein Steckrüben-geruch trat an die Stelle. Den Schwefel will er durch folgendes Verfahrenaus dem Meerrettig abgeschieden haben: frischer und getrockneter Meerret-tig wird in Scheiben geschnitten, einen Finger hoch mit Schwefelätber über-gössen, 4-s Tage in der Wärme stehen gelassen, das Gefäß dann geoff-